Information zu Sperrfristen im Herbst/Winter 2021/22

 

Die Ausbringung von Düngemitteln, die einen wesentlichen Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N in der Trockenmasse) enthalten, sind die Sperrfristen nach der Ernte 2021 wie folgt geregelt:

Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist. Ausnahmen:

  • Zu Zwischenfrüchten, Winterraps und Feldfutter dürfen bis zu 30 kg/ha Ammoniumstickstoff (NH4) bzw. 60 kg/ha Gesamt-N bis 01.10. gedüngt werden, wenn die Saat bis 15. September erfolgt.
  • Für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost ist die Sperrfrist von 01. Dezember bis zum 15. Januar. Die Grenze 30 kg/ha Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff gilt für diese Stoffe nicht.
  • Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31. Januar.
  • Zu Wintergerste dürfen nach einer Getreidevorfrucht bis zu 30 kg/ha NH4-N bzw. 60 kg/ha Gesamt-N bis zum Ablauf des 01.10. gedüngt werden, wenn die Saat bis 01.10. erfolgt. Mais zählt nicht als Getreide, d.h. nach der Maisernte ist keine Stickstoffdüngung erlaubt. Dies gilt nicht für rote Flächen.

Auf Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (Aussaat bis zum 15. Mai) ist zu beachten, dass die Sperrfrist auf „roten Flächen“ gegenüber den nicht roten um 4 Wochen länger ist.

„nicht rote Flächen“: vom 1. November bis einschließlich 31. Januar
„rote Flächen“: vom 1. Oktober bis einschließlich 31. Januar

Eine Verschiebung der Sperrfrist ist in beiden Fällen möglich und wurde für Herbst/Winter 2021/22 bereits in Allgemeinverfügungen für die einzelnen Landkreise bekanntgegeben.

 

Verschiebung der Grünlandsperrfrist in Oberbayern:

 

  • Landkreise Altötting, Dachau, Erding, Fürstenfeldbruck, Freising und Mühldorf am Inn
    – Flächen im nicht roten Gebiet: Verschiebung um 2 Wochen (15. November bis einschließlich 14. Februar 2022)
    – Flächen im roten Gebiet: Verschiebung um 2 Wochen (15. Oktober 2021 bis einschließlich 14. Februar 2022)
  • Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Ebersberg, Eichstätt, Garmisch-Partenkirchen, Stadt Ingolstadt, Landkreise Landsberg am Lech, Miesbach, Landkreis und Stadt München, Landkreise Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a.d. Ilm, Landkreis und Stadt Rosenheim, Landkreis Starnberg, Traunstein und Weilheim-Schongau
    – Flächen im nicht roten Gebiet: Verschiebung um 4 Wochen (29. November 2021 bis einschl. 28. Februar 2022)
    – Flächen im roten Gebiet: Verschiebung um 4 Wochen (29. Oktober 2021 bis einschl. 28. Februar 2022)

 

Verschiebung der Grünlandsperrfrist in Schwaben für alle Landkreise:

 

– Flächen im nicht roten Gebiet: Verschiebung um 4 Wochen (29. November 2021 bis einschl. 28. Februar 2022)
– Flächen im roten Gebiet: Verschiebung um 4 Wochen ( 29. Oktober 2021 bis einschl. 28. Februar 2022

 

Für den Herbst gilt darüber hinaus:

 

Auf „grünen“ Flächen dürfen vom 01.09. bis zu Beginn der Sperrfrist (inkl. Düngung nach dem letzten Schnitt) nur noch 80 kg Gesamt-N aus flüssigen Wirtschaftsdüngern und anderen organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln ausgebracht werden. Diese Grenze gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren.
Auf „roten“ Flächen dürfen vom 01.09. bis zu Beginn der Sperrfrist (inkl. Düngung nach dem letzten Schnitt) nur noch 60 kg Gesamt-N aus flüssigen Wirtschaftsdüngern und anderen organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln ausgebracht werden. Diese Grenze gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren.

Weiter ist zu beachten:
• Im Übrigen bleiben die Bestimmungen der Düngeverordnung unberührt. Dies gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Boden auszubringen; sowie für die Einhaltung des N-Obergrenzen.
• Die Verschiebung der Sperrfrist gilt nicht für weiterreichende Auflagen in Wasserschutzgebieten.
• Für Flächen, die sich in angrenzenden Regierungsbezirken bzw. Bundesländern befinden, gilt die Sperrfrist des jeweiligen Regierungsbezirkes bzw. Bundeslandes.

Stand 01.10.2021