Erzeugerringberatung Südbayern

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Es bleibt herbstlich

Heute und morgen befinden wir uns in einem Zwischenhoch mit milderen Temperaturen. Von Norden her wird es bereits im Laufe des Vormittags am morgigen Samstag wieder unbeständig und nass. Es folgt wiederrum ein feuchter Witterungsabschnitt mit nur knapp durchschnittlichen Temperaturen. Länger trockenes Wetter ist derzeit nicht in Sicht.

Situation auf dem Feld

Die Witterung macht es schwierig, günstige Zeitfenster für Ernte, Bodenbearbeitung und Aussaat zu finden. Mit den neuerlichen Niederschlägen wird es auch nicht einfacher. Wer hätte gedacht, dass wir es im Verlauf des Jahres noch mit nasskaltem Wetter zu tun bekommen. Je nach Bodenart und Zustand sollten aber die wenigen Stunden effektiv genutzt werden.

Gerstensaat

Die Gerste verzeiht einem nicht viel. Vor allem eine zu nasse Saat kann sie nur schwer kompensieren. Hier im Zweifelsfall abwarten und keine Kompromisse eingehen. Die letztjährig sehr spät gedrillten Bestände standen im Ertrag den frühen in nichts nach. Bei guter Bodenstruktur spricht nichts gegen eine Bestellung. Die folgende Witterung bringt ein für Läuse und Zikaden eher schwieriges Umfeld, so dass sich die Infektionswahrscheinlichkeit eher in Grenzen hält.

Raps

Viele Flächen, insbesondere bei den hinteren Saatterminen, zeigen sich noch weitgehend unkrautfrei. Hier kann durchaus noch abgewartet werden. Auf Grund der Kühle wird sich die Entwicklung auch nicht beschleunigen, so dass auch später noch gefahren werden kann. Der Erdflohzuflug hält sich meist in Grenzen, auch hier wird es für die Tierchen über das Wochenende wieder ungemütlich und eine Behandlung meist nicht nötig. Frühe Bestände, die rechtzeitig Wasser bekamen, nähern dem Termin zur Kürzung. Wegen der sehr kalten Nächte sollte dies jedoch unterbleiben und auf die nächste Möglichkeit verschoben werden.

Weizen - Sorten

Die Versuchsergebnisse und Empfehlungen sind bekannt und das Saatgut geordert. Hier soll es vor allem um ganz junge und neue Sorten gehen, die zu Testzwecken auf kleinen Flächen ausprobiert werden können. Generell sollte neben dem Ertrag auch die betrieblichen Anforderungen wie Standfestigkeit, Winterhärte oder Fusarium eine tragende Rolle bei der Sortenentscheidung spielen. Bei größeren Anbauflächen ist auch eine gewisse Risikostreuung (Reifetypen, Auswuchsfestigkeit) von Vorteil. Hier eine Auswahl vielleicht interessanter Sorten.
Absolut (A): Qualitätsbetonter „Spontantyp“, mit hohen Eiweißgehalten, früher Reife, langem Wuchs aber ordentlicher Standfestigkeit. Einzelährenbetont mit hohem TKG. Ertraglich knapp aber über Spontan, Fusarium aber deutlich schwächer.
KWS Donavan (A): Ertragstyp mit mittlerer Qualität, Aufsteiger aus dem B-Sortiment. Hohe Erträge an allen bayrischen Standorten, mittlere Reife, gute Standfestigkeit aber wahrscheinlich Fusariumproblem.
Polarkap (A): Eher Richtung Patras gehender Typ, aber höhere Bestandesdichte mit hohem TKG. Standfestigkeit nur mittel, sollte winterhart sein. Qualität unterhalb Patras auf Reformniveau. Fusarium auf gutem Niveau. Stark bei Septoria.
SU Mangold (B): Ertragreicher Masseweizen mit sicherer B-Qualität. Gute Erträge bei Trockenheit. Etwas länger bei guter Standfestigkeit. Spätreif bei mittlerer Bestandesdichte.

Maisstoppeln

Vorbeugend für Maiszünsler und auch Fusarium ist die Stoppelbearbeitung nach der Maisernte. Bei den feuchten Bedingungen und dem weichen Boden, ist das Mulchen besser als die Bearbeitung mit Scheibeneggen oder das Walzen. Gibt der Boden nach, ist weder mit einem Schneideffekt der Walze noch mit einem Quetscheffekt der Walze zu rechnen. Natürlich am besten wäre die Kombination aus Mulchen und Scheiben/ Walzen. Hier werden dann noch einige niedergefahrene Stoppeln zerstört. Folgt der Pflug, ist hier die Gefahr deutlich gemindert.

Hotline

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

  Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

  Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird