Erzeugerringberatung Südbayern

Aktuelle pflanzen-
bauliche Hinweise
aus Ihrer Region

Schwül und gewittrig

Nach einer erfrischenden Nacht bleibt es heute gemäßigt. Ab Mittwoch setzen sich dann schwülwarme Luftmassen durch. Dies führt bis über das Wochenende zu Schauern und Gewittern. Hier ist natürlich keine genaue Vorhersage möglich. Flächendeckenden Regen wird es aber nicht geben. Die Temperaturen steigen je nach Sonnenscheindauer wieder an und könne die 30° Marke wieder knacken.

Situation auf dem Feld

Die extreme Hitze hat Spuren hinterlassen. Vor allem wasserknappe Standorte müssen mit Ertragsverlusten vor allem in den späten Getreidearten rechnen. Eine weiträumige Entspannung der Trockenheit vor allem im nördlichen Bereich ist nicht in Sicht. Die Wetterlotterie setzt auf Zufallstreffer.

Hagelschäden

Gestern kam es in einem Streifen entlang der Donau bis in die Hallertau zu teils schweren Unwettern mit Hagel und Sturmböen. Der Zeitpunkt kurz vor der Ernte und im Massenwachstum der Hackfrüchte ist denkbar ungünstig. In den betroffenen Gebieten die Bestände sorgfältig kontrollieren und einschätzen. Überhasteter Umbruch ist meist der schlechtere Weg.

Kartoffel und Hagel

Durch Hagel und Sturm beschädigte Pflanzen umgehend mit Sporenkillern behandeln, um ein Eintreten von Erregern in die Wunden zu vermeiden. Die Zugabe von Kupferpräparaten fördert den Wundverschluss und wirkt antibakteriell. In stark geschädigten Beständen die Behandlung nach wenigen Tagen wiederholen.  Ist durch zwischenzeitliche Niederschläge der Einsatz eines teilsystemischen Mittels notwendig, hier mit Kontaktmittel ergänzen.

Mais Hagelschäden

Durch die Herbizidbehandlung mit Bodenwirkstoffen und/ oder Sulfonylharnstoffen ist der Nachbau von Kulturen wie Ackerfutter oder Zweitfruchtgetreide nicht immer möglich bzw. muss tief gepflügt werden. Am sichersten ist der direkte Nachbau von Mais, auch wenn es jetzt Ende Juni schon knapp ist. Mit Sorten von S190 bis S220 sind durchaus noch 140 bis 190dt TM möglich. Umbruchfähig sind Bestände mit über 50% Schaden, darunter kann die Kultur Pflanzenausfälle gut kompensieren. Am besten direkt einsäen, um eine weitere Herbizidmaßnahme zu vermeiden. Ist Direktsaat nicht möglich, den Bestand tief mulchen und flach auf Saattiefe bearbeiten. Pflanzenreste in der Saatrille vermeiden. Eher dünn säen (7,5 bis 9 Pflanzen), um die Belichtung der Kolben sicherzustellen.

Getreide Hagel

Bestände, bei denen kein Drusch mehr lohnt, können als GPS verwertet werden. In der Wintergerste ist es hier schon sehr knapp, silierfähige TS-Gehalte einhalten zu können. Unbedingt Siliermittel einsetzen, auf kurze Häckellänge und angeschlagene Körner achten. Wenn möglich mit feuchterem Material mischen (Weizen GPS oder Gras). Problematisch dürfte in der Fütterung vor allem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sein. Die meisten Mittel beziehen die Wartezeit (mit „F“ gekennzeichnet) auf den Zeitraum bis zur Druschnutzung. Nur selten sind Tage angegeben. Hier mit den Herstellern der PSM abklären ob es eine Futternutzung möglich ist.
Beim Nachbau sind vor allem beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen nicht alle Kulturen möglich, hier die Produkthinweise beachten.

Distelfalter Soja

Vermehrt wird von einem höheren Aufkommen der Raupen des Distelfalters in der Soja berichtet. Durch die südliche Strömung ist der Zuflug aus dem Mittelmeerraum heuer wahrscheinlicher. Die Schadschwelle liegt bei 20 Raupen je Laufmeter oder 1 bis 2 Befallsnester je 100m². In wüchsigen Beständen halten sich die Schäden meist in Grenzen. Zur Bekämpfung zugelassen ist Karate Zeon. Bei der Anwendung auf kühle Temperaturen (unter 25°) und Spritzwasser mit neutralem PH-Wert achten.

Hotline

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

  Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

  Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird