Erzeugerringberatung Südbayern

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Besserung in Sicht

Ab dem Wochenende soll es nun endlich besser werden. Die Niederschlagsneigung geht ab Freitag deutlich zurück, die Temperaturen steigen aber nur langsam an. Der Trend zeigt vor allem im Norden und der Mitte des Ringgebietes freundliches und mäßig warmes Wetter an. Im südlichen Teil wird sich die Besserung zwar auch bemerkbar machen, das Schauerrisiko bleibt aber höher. Damit gelangen wir schon fast an den Höhepunkt der diesjährigen Vegetation. Wasser und Wärme werden hier die Weichen auf Wachstum setzen.

Situation auf dem Feld

Die kühle Phase seit der Himmelfahrtswoche bremste die Entwicklung wieder deutlich. Teilweise ist richtiger Stillstand festzustellen. Dies wir sich mit höheren Temperaturen schnell und nachhaltig ändern. Dadurch stehen wir im Pflanzenbau vor den Wochen der Wahrheiten. Es gilt, die Druschfrüchte gut bis zur Abreife zu bringen und die späten Sommerungen ohne Stress zu etablieren.

Sommergetreide

Sommergerste und Hafer werden die Entwicklungsstadien bei steigenden Temperaturen schneller durchlaufen. Vielerorts sind die Bestände eher mastig, was in Verbindung mit der schnellen Streckung zu Problemen in der Standfestigkeit führen kann. Bei der Gerste legen die Trinexapacprodukte die Grundlage für die Standfestigkeit. Diese wirken am besten zu Beginn der Schoßphase zu EC 32. Es wird also auf eine zügige Behandlung ankommen, um die Wirkung sicherzustellen. Die Zumischung von Prothioconazol macht in diesem Jahr durchaus Sinn, die Niederschläge sorgen für Infektionen und der vorbeugende Effekt auf Ramularia kann nach dem Wegfall von Credo wichtig sein. Hafer braucht in intensiv geführten Beständen die Vorlage mit Trinexapac, insbesondere bei Lageranfälligen Sorten. Abschließend kann mit CCC gearbeitet werden. Dazu sollte die Rispe im Halm deutlich fühlbar sein.
Die Düngung besonders auf leichten Standorten im Rahmen der Möglichkeiten etwas erhöhen. Besonders die Gerste erreicht die durch die Niederschläge nach unten verlagerten N-Mengen nicht sicher. Immer wieder ist auch Manganmangel sichtbar (Dunkelgrüne Fahrspuren im Bestand). Hier kann bei der Pflanzenschutzmaßnahme mit Manganchelat oder Epso- Combitop (Mg, S) aktiv gegengesteuert werden.

Fungizide Winterungen

Nach der ausgesprochen feuchten Phase stellt sich die Frage der Behandlungswürdigkeit eigentlich nicht mehr. Nur bei gesunden späten Beständen sollte auf das voll entwickelte Fahnenblatt gewartet werden. Im Roggen steigt mit steigenden Temperaturen der Braunrostdruck stark an. Die Abschlussbehandlung sollte umgehend erfolgen. Je intensiver die Bestandesführung, desto mehr liegt der Fokus auf der Dauerwirkung. Hier haben Carboxamid- Azolkombinationen die Nase vorne. Zur Absicherung bei weniger Intensität reicht aber auch Tebucon- oder Metconazol aus. In Triticale, Dinkel und Weizen liegt der Schwerpunkt auf der Septoria. Auf Grund der regelmäßigen Infektionsereignisse sind hier sehr gut kurativ wirkende, hohe Azolmengen wichtig. Einsparpotenzial ist nur bedingt möglich. Leistungsträger ist das Prothioconazol und Restbestände von Epoxiconazol. Bei Beständen, die keine Fusariumspritzung mehr bekommen, ist zudem auf eine ausreichende Dauerleistung zu achten. Ein Wechsel der Azole zur Resistenzvermeidung wird durch den Wegfall von Epoxi stark erschwert. Neue Alternative ist das leistungsfähige Mefentrifluconazo (Revytrex,..u.a.). Dieses kann bei einer wahrscheinlichen Abschlussbehandlung in der Blüte durch Prothioconazol jetzt als Maßnahme in den voll entwickelten Blattapparat für Entlastung bei der Septoriaresistenz sorgen. Wird Fusarium mit Tebucon- oder Metconazol bekämpft oder ist keine Fusariumbekämpfung vorgesehen, können Prothioconazolprodukte (+ Carboxamide) als Hauptbehandlung jetzt eingesetzt werden.

Herbizid Mais

Wie fast schon jedes Jahr trifft der optimale Termin für die Unkrautbehandlung mit einer feucht-kühlen Witterung zusammen. Es war fast immer falsch, auf Wachstum und Erholung der Maispflanzen zu warten und dann erst zu spritzen. Verträglicher zeigte sich immer die zügige Durchführung der Maßnahmen aus der Schlechtwetterphase heraus. Blasse und gelbe Pflanzen nehmen sehr viel weniger Wirkstoff auf als aktiv grüne, mit immer größer werdenden Blättern. Wichtiger ist eine trockene „Tüte“ der Maispflanze. Zu dem sorgt die zu Beginn der schönen Witterung noch sicher vorhandene Bodenfeuchte für eine gute Wirkung der Bodenherbizide. Die Mittelwahl ist vielfältig. Gräserwirksame Sulfonylharnstoffe mit Bedacht einsetzen, vor allem in kritischen Witterungsphasen dauert die Entgiftung lange und hindert das Wachstum. Triketonmenge an die Entwicklung der Unkräuter und Hirsen anpassen. Je größer, desto stabiler die Aufwandmengen. Bei durchlässigen Böden (Karst) auf TBA verzichten. Alternative Bodenmittel sind hier Spectrum, Dual Gold oder auch Stomp.

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