Erzeugerringberatung Südbayern

Aktuelle pflanzen-
bauliche Hinweise
aus Ihrer Region

Feucht - Warm

Das schwüle Wetter bleibt uns noch bis zum Wochenende erhalten. Dabei nimmt die Gefahr heftiger Gewitter nur langsam ab. Insgesamt also eine wüchsige Phase, die aber leider auch hohes Schadpotenzial durch Starkregen, Überflutung und Wind mit sich bringt. Die Nächte bleiben noch mild, ab dem Wochenende steigen die Tag–Nacht-Unterschiede aber etwas an.

Situation auf dem Feld

Die Kulturen holen das Versäumte jetzt überwiegend auf. Wasser und Wärme in Verbindung mit den längsten Tagen des Jahres lassen die Pflanzen aus dem Vollen schöpfen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit, teilweise Nebel und die Verdunstung aus dem Boden wird es aber auf absehbare Zeit auch ein optimales Pilzwetter bleiben. Infektionen sind also auch dann zu erwarten, wenn es mal nicht von oben nass ist.

Sommergetreide

Sommergerste beginnt mit dem Ährenschieben. Hier wird es mit zunehmender Strahlung wichtig, das aufgeweichte Fahnenblatt vor Sonnenbrand und Ramularia zu schützen. Wie in der Wintergerste auch, ist für hohe Wirkungsgrade der Einsatz von Folpan alternativlos. Die genehmigten Mengen im Rahmen der Notfallzulassung dürfen auch in der Sommergerste eigesetzt werden. Die Aufwandmenge kann etwas zurückgenommen werden (1,2l). Die Kombination mit einem starken Azol ist nötig. Sollte schon mit Prothioconazol vorgelegt worden sein, kann auf das neue Mefentrifluconazol ausgewichen werden. In üppigen Beständen kann mit etwas Cerone die Standfestigkeit abgesichert werden. Achtung: Kein Wachstumsregler bei über 25 Grad und keine Mischung mit Herbiziden

Fungizide Weizen

Sollte die schöne Witterung letzter Woche nicht genutzt worden sein, sollte unbedingt eine Maßnahme erfolgen. Insbesondere ohne Vorbehandlung oder wenn diese länger als 3 Wochen zurückliegt müssen volle Mengen kurativer Azole gesetzt werden. Ein Abwarten auf die Blüte scheint in dieser Situation nicht angeraten. Hier in den bitteren Apfel der zeitlich nah beieinanderliegenden Durchfahrten beißen.

Triticale - Fusarium

Ist die Triticale zur Körnernutzung bestimmt, auf das Fusarium achten. Oftmals liegen die Gehalte an Toxinen deutlich über dem Weizen und auch über den Grenzwert der Vermarktungsfähigkeit. Durch die Grannen hält sich die Feuchte länger an den Körnern und infiziert hier deutlich häufiger. Da die Blüte derzeit läuft, ist gerade bei Vorfrucht Mais Gefahr in Verzug. Aber auch in eigentlich harmlosen Vorfrüchten ist die Situation derzeit nicht ohne Gefahr. Zur Minimierung reichen reine Azole. Bei niedrigem Druck kann Tebuconazol oder Metconazol zum Einsatz kommen, um kostengünstig abzusichern. Auf Risikoschlägen ist das Prothioconazol stärker einzustufen. Die potentesten Lösungen sind Input classic oder das Prosaro/Sympara.

Mais – Nachbehandlungen

Die fortgeschrittene Zeit und das wüchsige Wetter sorgen teilweise für eine gute Entwicklung von Distel, Winde und Durchwuchskartoffeln. Hier sind die optimalen Bedingungen wie warme Nächte und hohe Luftfeuchtigkeit zu nutzen. Die verhaltenen Maisentwicklung minimiert derzeit noch Spritzschatten und erhöht die Erfolgsaussichten. Für Disteln und Winden stehen Banvel M und Arrat zur Verfügung. Durchwuchskartoffeln lassen sich sehr gut mit Effigo oder alternativ Arrat bekämpfen. Auch die Nachlage mit hohen Mesotrionemengen (Callisto) drängt die Kartoffel zurück. Sind die Schadpflanzen durch die Hauptbehandlung abgebrannt, muss auf genügend frische Blattmasse gewartet werden.

Kartoffeln – Krautfäule

Die feuchten Dämme und das insgesamt krankheitsfreundliche Wetter dulden im Gegensatz zu den letzten Jahren keine Nachlässigkeiten zum rechtzeitigen Spritzstart. Symphyt zeigt den Behandlungsbeginn für Bestände mit Auflauf bis in die letzte Maiwoche an. Ab dem Zeitpunkt, an dem sich benachbarte Pflanzen berühren, sollte mit der Startspritzung spätestens losgelegt werden. Wie immer kommen vollsystemische Mittel zum Einsatz. Die Wirkungsdauer sollte nicht überbewertet werden. Durch den massiven Zuwachs verdünnen sich die Wirkstoffe zu diesem frühen Termin relativ schnell. Der Einsatz von Mancozeb ist dieses Jahr letztmalig möglich. Ein früher Einsatz dieses Wirkstoffes beugt Alternaria vor. Als Kontaktwirkstoff schützt er allerdings nur die Blätter, die zum Zeitpunkt der Spritzung benetzt werden können. Die zeitige Folgespritzung von „Spezialwirkstoffen“ wie Difenconazol, Difenconazol + Fluxapyroxad oder Prothioconazol + Fluopyram ist vor allem bei anfälligen Sorten angebracht. Für das systemische Proxanil läuft die Abverkaufsfrist, Restmengen können aber auch noch bis 30.06.2022 zum Einsatz kommen.

Hotline

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

  Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

  Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird