Ausgabe 07 / 2026

vom 24.07.2026

In dieser Ausgabe:

  • Grünland unter Trockenstress – Nachsaaten brauchen weiterhin Gedulddirekt zum Beitrag

Grünland unter Trockenstress – Nachsaaten brauchen weiterhin Geduld

 

  • Das Grünland leidet weiterhin massiv unter den ausbleibenden Niederschlägen. Je nach Region liegen die Niederschlagsmengen derzeit rund 20 bis 40 % unter dem langjährigen Mittel. Die Folgen dieser Trockenheit sind inzwischen nahezu im gesamten Ringgebiet sichtbar.
  • Wie angespannt die Wasserversorgung unserer Böden mittlerweile ist, zeigt sich besonders nach Niederschlagsereignissen. Selbst stärkere Regenfälle mit regional bis zu 50 mm bringen oft nur kurzfristige Entlastung auf den Feldern und Wiesen.
  • Die Grünlandbestände reagieren zunächst nur zögerlich mit neuem Wachstum und können sich aufgrund der geringen Wasserverfügbarkeit in den ausgetrockneten Böden nicht nachhaltig erholen.
  • Bereits nach wenigen Tagen fehlt wieder das notwendige Wasser und die Bestände geraten erneut unter Trockenstress. Entsprechend bleiben Ertrag und Futterqualität vieler Flächen deutlich hinter den Erwartungen zurück.
  • Vermehrt wird in den letzten Tagen über Grünlandsanierungen gesprochen. Sinnvoll ist eine Nachsaat aber erst dann, wenn der Boden wieder ausreichend durchfeuchtet und den jungen Gräsern nachhaltig Wasser zur Verfügung steht.
  • Entscheidend ist dabei nicht nur ein einzelnes Niederschlagsereignis, sondern eine nachhaltige Verbesserung der Bodenwasserversorgung. Die jungen Gräser müssen gerade in den Wochen nach der Saat ausreichend Wasser vorfinden, um ein konkurrenzfähiges Wurzelsystem auszubilden.
  • Nur unter diesen Bedingungen können die nachgesäten Arten sicher keimen, auflaufen und sich im Bestand etablieren. Im Großteil des Ringgebiets fehlen diese Voraussetzungen derzeit noch – auch wenn keiner mehr das Trauerspiel auf den Wiesen anschauen kann, heißt es weiterhin abwarten.
  • Sollten dann doch mal ergiebige und flächendeckende Niederschläge fallen, kann über eine Nachsaat nachgedacht werden. Diese ist auch zwingend nötig, sonst werden die Lücken von minderwertigen Bestandsbildner wie Ampfer oder der Gemeinen Rispe besiedelt.
  • Die anhaltende Trockenheit bringt jedoch auch einen positiven Nebeneffekt mit sich: Die Gemeine Rispe ist aufgrund ihres flachen Wurzelsystems auf vielen Flächen großflächig abgestorben.
  • Wichtig ist, dass noch während der Trockenheit gehandelt wird. Das Erste, was nach ausreichend Niederschlägen wieder grün wird ist leider die Gemeine Rispe. Wenn man der Rispe zum Trockenstress zusätzlich noch den Stress des Striegels aussetzt, hat man eine Chance, dieses Ungras effektiv zu bekämpfen.
  • Eine günstigere Gelegenheit, diesen ertragsschwachen Platzräuber durch intensives Striegeln aus dem Bestand zu entfernen, wird sich so schnell nicht wieder ergeben. Damit bietet sich die Chance, die entstandenen Lücken gezielt mit wertvollen Futtergräsern nachzusäen und die Bestände langfristig aufzuwerten.
  • Favorisiert für die Nachsaat auf schweren Standorten, mit im Regelfall ausreichender Wasserversorgung, sollte aufgrund seiner schnellen Jugendentwicklung das Deutsche Weidelgras werden. Es kann entstandene Lücken rasch schließen und den Bestand wieder stabilisieren. Die Höhe der Saatstärke lesen sie hier.
  • Welche Gräser sich insbesondere für trockene Standorte eignen und zur Entwicklung einer trockenheitstoleranteren Grasnarbe beitragen können, lesen Sie in unserer Ausgabe „Grünland plus 05/2026“ .
  • Vor einer Nachsaat muss der Bestand aber genau beurteilt werden. Vor allem wenn der Anteil wertvoller Futtergräser deutlich zurückgegangen ist und größere Lücken vorhanden sind, rechtfertigt sich der hohe Aufwand einer Grünlandsanierung. Auf stabilen Beständen kann auch eine angepasste Düngung und Nutzung ausreichen, um die Grasnarbe wieder zu schließen.
  • In besonders stark geschädigten Beständen kann auch ein Eingriff in die Grasnarbe in Betracht gezogen werden. Liegt der Lückenanteil bei mehr als 50 % und besteht die verbleibende Narbe überwiegend aus minderwertigen Arten, ist ein Grünlandumbruch mit anschließender Neuansaat häufig die wirtschaftlich sinnvollere Alternative zur Nachsaat.

Bild: Das Dauergrünland leidet sehr stark an der Trockenheit Quelle: ER-Beratung

Bild: Gemeine Rispe stirbt bei Trockenheit schnell ab – Lücken müssen bei anhaltend feuchter Witterung durch Nachsaat geschlossen werden Bild: ER-Beratung

Bild: Feldfutterbau sorgt für hohe Erträge um Futterlücken zu stopfen. Quelle ER-Beratung

 

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