Ausgabe 05 / 2026
vom 11.06.2026
In dieser Ausgabe:
- Trockenstandorte erkennen und nachhaltig verbessern – direkt zum Beitrag
- Wurzeln verschiedener Grünlandpflanzen – direkt zum Beitrag
Trockenstandorte erkennen und nachhaltig verbessern
- Die Trockenheit der letzten Wochen hat auch in vielen Dauergrünlandflächen teils massive Schäden hinterlassen. Die oft partiell auftretenden Dürreschäden in den Wiesen können dabei helfen, die Flächen des Betriebes genau zu beurteilen.
- Während auf den besseren Standorten die Grasnarbe häufig noch grün und vergleichsweise vital geblieben ist, zeigten sich auf trockenen und flachgründigen Standorten schnell die sogenannten „Brenner“. Dort stellte der Aufwuchs aufgrund des anhaltenden Wassermangels frühzeitig das Wachstum ein und starb teilweise vollständig ab.
- Auf diesen Trockenstandorten muss sich der Betriebsleiter jetzt überlegen, mit welchen Gräsern weitergearbeitet werden kann. Eins ist klar: Das Wetter wird sich unseren Wünschen nicht anpassen, sondern wir müssen uns an diese immer häufiger auftretenden Wettextreme anpassen.
- Eine Neu- oder Nachsaat mit einem hohen Anteil an Weidelgräsern wird auf diesen Standorten langfristig oft nicht zielführend sein. Weidelgräser reagieren empfindlich auf anhaltende Trockenheit, gehen rasch in eine Notreife über und fallen bei wiederkehrendem Wassermangel häufig aus dem Bestand.
- Deshalb sollten hier verstärkt Gräserarten etabliert werden, die Trockenperioden besser überstehen und auch unter schwierigen Witterungsbedingungen stabile Erträge liefern können.
- Denn auf trockenen Lagen gilt: Lieber ein ausdauerndes und trockenheitstolerantes Gras mit weniger Futterwert, als ein höherwertiges Gras, das wegen Trockenphasen schlechten Ertrag bei schlechter Qualität abliefert und sich zurückbildet.
- Noch sind die „Brenner“ auf den Flächen mit geringer Wasserspeicherfähigkeit deutlich zu erkennen. Nutzen Sie diese Tatsache, um die betroffenen Bereiche zu kartieren. Sinnvoll ist die Erstellung eines Flächenplans, in dem die Teilflächen mit Trockenschäden eingezeichnet werden.
- Ein solcher Plan kann über viele Jahre hinweg als wertvolle Entscheidungsgrundlage dienen, da sich die standörtlichen Gegebenheiten und die Bodengüte in diesen Bereichen nicht verändern werden.
- Dort wo die Grasnarbe ausgedünnt oder abgestorben ist, sollte die gute Gelegenheit zum Herausstriegeln der Gemeinen Rispe jetzt genutzt werden. Durch die geschwächte Narbe kann die Gemeine Rispe wirksam zurückgedrängt und gleichzeitig Platz für eine erfolgreiche Nachsaat geschaffen werden.
- Die Gemeine Rispe ist zwar das erste Gras, das austrocknet, aber auch das erste Gras, was nach den Niederschlägen wieder ergrünt. Dadurch kann es nicht nur neue Lücken schnell besiedeln, sondern stellt auch eine hohe Konkurrenz für das Saatgut der Nach- oder Neuansaat dar.
- Wie bereits erwähnt kommt das leistungs- und konkurrenzstarke Weidelgras leider sehr schlecht mit der Trockenheit klar. Deshalb sollte auf trockentolerantere Gräser wie Knaulgras, Wiesenschwingel, Wiesenschweidel oder Rohrschwingel zurückgegriffen werden.
- Es gibt nur trockentolerante Gräser. Trockenresistente Gräser existieren nicht. Trockentolerante Arten können auch unter schwierigen Witterungsbedingungen stabile Erträge sowie eine dauerhafte Narbendichte gewährleisten.
- Je nach Lückenanteil variiert die Saatstärke zwischen 10 bis 35 kg/ha. Ist der Lückenanteil
sehr hoch, sollte auch über eine komplette Neuansaat nachgedacht werden. Nutzen Sie die aktuellen Niederschläge um lückige oder geschädigte Flächen zu verbessern.
Bild: Trockenschäden im Grünland markieren die Zonen mit schlechter Bodengüte, was eine Kartierung erleichtert. Quelle: ER-Beratung
Bild: Ausgeprägtes Wurzelwerk, Quelle: Wurzelatlas Kutschera/Lichtenegger
Wurzeln verschiedener Grünlandpflanzen
Bild: Wurzeln verschiedener Grünlandpflanzen (Quelle: www.gesunde-erde.net)
Bild: Wurzeln verschiedener Grünlandpflanzen (Quelle: www.lebendigeerde.de)
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.
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