Ausgabe 03 / 2026
vom 17.04.2026
In dieser Ausgabe:
- Mäßiger Start ins Grünlandjahr – richtige Düngestrategie entscheidend – direkt zum Beitrag
- Startklar für den ersten Schnitt – direkt zum Beitrag
- Welchen Zweck sollen Siliermittel erfüllen – direkt zum Beitrag
Mäßiger Start ins Grünlandjahr – richtige Düngestrategie entscheiden
- Das Wetter war bis jetzt in der Tendenz sehr unterschiedlich. Einige klagen auch wieder über zu wenig Regen. Nach jetziger Wettervorschau wird die sehr unterschiedliche Verteilung so bleiben. Die Temperaturen werden in der Summe auf einem mäßigeren Bereich, vorsichtig gesagt bis Anfang Mai so weiter gehen. Natürlich sind immer wieder ein paar wärmere Tage dabei.
- Die Temperaturen bleiben weiterhin auf einem mäßigen Niveau, sodass keine sprunghafte Entwicklung der Vegetation zu erwarten ist. Diese Bedingungen kommen jedoch den Gräsern im Grünland zugute, da sie ein gleichmäßiges und stabiles Wachstum fördern, was sich positiv auf Ertrag und Futterqualität im ersten Schnitt auswirken kann. Zu hohe Temperaturen beim Vegetationsstart verleiten die Gräser schnell mit dem Längenwachstum zu beginnen. Nach jetziger Vorschau sind keine starken Nacht- und Bodenfröste in Sicht, was sehr positiv zu bewerten ist.
- In diesem Jahr lassen sich große Unterschiede in der Entwicklung der Bestände feststellen. Warme Regionen mit leicht erwärmbaren Böden und südseitige Hanglagen sind im Wachstum schon weit fortgeschritten. In kälteren und späteren Lagen hingegen hinkt die Entwicklung noch spürbar hinterher.
- Diese Tatsache hat Auswirkungen auf die Düngestrategie. In den warmen, weit entwickelten Lagen sollte die Düngung, organisch und mineralische Ergänzung bereits abgeschlossen sein. In den kälteren Gebieten sollte die mineralische Ergänzung spätestens jetzt gesetzt werden.
- Die Höhe der mineralischen Düngung sollte so bemessen werden, dass für den ersten Schnitt in wertvollen Grasbeständen insgesamt etwa 70 bis 90 kg N/ha pflanzenverfügbar sind. Entscheidend ist die Beschaffenheit des Bodens:
Es sollte die mineralische Ergänzung gezielt an den Standort und die tatsächliche Stickstoffnachlieferung aus dem Boden angepasst werden. In weniger gut entwickelten Beständen empfiehlt es sich, die mineralischen Düngermengen entsprechend zu erhöhen, um das Wachstum gezielt zu fördern.
Einer der wichtigsten Punkte sind die darauf wachsenden Gräserarten; die unterschiedlichen Eigenschaften sind hier ganz klar erkennbar. - Auch wenn die Preise für Dünger im Lagerhaus absolut keine Freude bereiten – wenn auf den Flächen des Betriebes wertvolle Grasbestände wachsen, müssen diese auch angepasst/intensiv geführt werden, ohne Wenn und Aber. Zum ersten Schnitt geht es nur mit Vollgas, in den Folgeschnitten sind Einsparungen dann leichter zu verkraften.
- Werden doch Einsparungen bei der mineralischen Ausgleichsdüngung vorgenommen, könnte man durch den rechtzeitigen/frühzeitigen Schnitt die Inhaltstoffe steuern. Das bedeutet, seine Wiese genau beobachten und das Wetter gut einschätzen, wann und unter welchen Bedingungen ein Schnitt möglich wäre. Der Zeitpunkt und die vorherrschenden Bedingungen sind entscheidend, wieviel an Inhaltstoffen in der Silage drin ist. Bei Unterversorgung bauen sich Nährstoffe noch viel schneller ab, besonders wenn ein Schnittzeitpunkt übersehen wird, oder was wahrscheinlicher vorkommt, das Wetter nicht passt, wenn der Landwirt will.
- Die witterungsbedingt unterschiedlichen Entwicklungsstadien belegen die Bilder auf der rechten Seite.
Bilder: In den wärmeren Regionen sind die Wiesen bereits ergrünt und legen mit der Vegetation los Quelle: ER-Beratung
Startklar für den ersten Schnitt
- Sind alle Pflegearbeiten und die Düngung im Grünland erledigt, sollte die Zeit genutzt werden, um die Grünlandernte zu planen, bei Bedarf Siliermittel zu bestellen und alle Maschinen einsatzbereit zu machen.
- Scharfe Messer, die für einen sauberen Schnitt sorgen, sind dabei genauso wichtig, wie die korrekte Schnitthöhe. Neben der Futterverschmutzung hat die Schnitthöhe und Schnittqualität vor allem Auswirkungen auf den Wiederaustrieb der Gräser. Neben den Auswirkungen auf den Bestand, muss man dabei auch an den Dieselverbrauch denken. Stumpfe Messer in Mähwerk sorgen für einen hohen Spritverbrauch. Fehlende Schärfe im Ladewagen und eine schlechte Schnittqualität wirken sich negativ auf die Grundfutteraufnahme aus.
- Besonders wichtig ist eine saubere Siloanlage. Kommt das Futter in ein schlecht gereinigtes, nicht frisch gestrichenes Fahrsilo können hohe Verluste durch Fehlgärungen entstehen.
- Mit dem richtigen Siliermittel lässt sich die Siloqualität gezielt verbessern. Entscheidend ist jedoch, dass nicht irgendein Präparat eingesetzt wird, sondern eines, das zu den jeweiligen Einsatzbedingungen passt. Genaue Kenntnis über Wieviel Zucker ist im Siliergut. Wie hoch der Verschmutzungsgrad/Rohasche ist. Wie hoch ist die Trockensubstanz.
- Die Werbeaussagen sind oft vielversprechend: hochverdauliches Futter, hohe Grundfutteraufnahme, keine Fehlgärungen und eine optimale Steuerung des Silierprozesses – Ziele, die jeder Betrieb anstrebt.
- In der Praxis kommt es jedoch immer wieder zu Enttäuschungen, wenn die Wirkung hinter den Erwartungen zurückbleibt. Häufig liegt das daran, dass die Auswahl nicht ausreichend auf die konkreten Anforderungen abgestimmt wurde. Siliermittel müssen stets dem Einsatzzweck und den aktuellen Erntebedingungen angepasst werden, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.
Bild: In den späteren Regionen waren die Wiesen lange braun, doch auch hier startet nun die Vegetation. Quelle: ER-Beratung
Welchen Zweck sollen Siliermittel erfüllen
Generelle Überlegungen zur Auswahl des richtigen Siliermittels: Wie sieht mein Siliergut aus?
1. Mögliche Probleme ableiten (Fehlgärung, Absenkung des pH-Wert)
2. Möglicher Zusatz von Siliermitteln nach Wirkungsrichtung (z.B. WR1a bei schwer vergärbarem Pflanzenmaterial, weil nass und schmutzig)
3. Viel oder wenig Zucker.
4. Zu trocken
5. Ist mein Futter optimal zur Milchsäurebildung
Wirkungsrichtungen
•Wirkungsrichtung 1: „Verbesserung des Gärverlaufs“ ist das Ziel eine rasche pH-Wert-Absenkung im Siliergut zu fördern, um Fehlgärungen, wie Buttersäurebildung entgegenzuwirken.
Bei stärke bzw. sehr zuckerreichen Siliergütern (z.B. Schnitte mit hohen Weidelgrasanteilen), höheren TM-Gehalten (> 35 %TM) und oder geringem Vorschub, besonders in den Sommermonaten, sollten Siliermittel der DLG-Wirkungsrichtung 2 „Verbesserung der aeroben Stabilität“ eingesetzt werden.
• Wirkungsrichtung 3: Reduktion des Gärsaftanfalls
• Wirkungsrichtung 4: Verbesserung des Futterwerts (werden durch unabhängige Fütterungsversuche geprüft)
• Wirkungsrichtung 5: Zusätzliche Wirkungen (z.B. Verhinderung der Vermehrung von Clostridien)
• Wirkungsrichtung 6: Verbesserung des Methanerzeugungswertes
Genauere Infos
Welches Mittel Sie wann am Besten einsetzen, lesen Sie in unserer Ausgabe von Grünland plus 08/2025
Informieren Sie sich rechtzeitig, welches Siliermittel am besten zu ihrem Betrieb passt. Eines ist jedoch sicher: Siliermittel sind keine Wundermittel, d.h. aus einem sehr schlechten Erntegut werden die Mittel auch keine schmackhafte, qualitativ hochwertige Silage machen. Sie helfen aber, gute Partien zu stabilisieren und Fehlgärungen zu vermeiden.
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.
Haftung für Inhalte und Links
Die Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir geben keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beachten Sie Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Der Anwender ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen selbst verantwortlich.