Ausgabe 08/2026

vom 13.08.2026

In dieser Ausgabe:

Wetterlage und aktuelle Situation

  • Gebietsübergreifend waren keine gleichmäßig verteilten Niederschlagsmengen vorhanden. -> zu den Wetterdiagrammen
  • Die Niederschlagssignale sind ebenfalls nicht sehr hoch.
  • Die Lage im Ringgebiet ist aufgrund der Trockenheit ernst.
  • Der Feldfutterbau könnte ausbleibende Grünlanderträge teilweise ausgleichen, ist bei anhaltender Trockenheit aber auch kein sicherer Anker.
  • Die ausgesäten Feldfuttergräser brauchen Wasser. Ohne Regen wird es im Herbst geringe Erträge geben, bis hin zum Totalausfall.

Grünlandentwicklung und Schnittzeitpunkt

  • Einige Gräser können sich komplett „schlafen legen“. Dies ist ein natürlicher Instinkt bestimmter Grasarten.
  • Gut können dies die Gemeine Rispe, die Wiesenrispe, das Knaulgras sowie besonders der Rohrschwingel und andere Schwingelarten. Das geschätzte Deutsche Weidelgras gehört nicht dazu.
  • Auch die Wiesen mit überwiegend Bastardweidelgras werden nicht mehr kommen.
    Vielfach hat diese Grasart aufgrund ihrer sehr frühen Samenreife im Sommer stark ausgesamt, sodass sehr viel Samen obenauf liegt. Dieses Gras hat damit einen Teil seiner Überlebenskraft in Form von Samen hinterlassen und könnte sich in den Beständen sogar stärker durchsetzen.
  • Viele werden sich angesichts der Futterknappheit jetzt denken: Hauptsache, es wird wieder grün. Oftmals liegt so viel Samen obenauf, dass es für eine Neuansaat reicht.
  • Es bleibt spannend, wie viel von der alten Grasnarbe nach der Trockenheit wiederkommt.
  • Der nächste Schnitt sollte idealerweise kurz vor einem Regen
  • Das Problem ist jedoch die nicht gesicherte Regenmenge. Problematisch sind Vorhersagen mit Schauern und Gewittern, wenn diese dann überhaupt nicht eintreffen.
  • Natürlich möchte der Landwirt den letzten Halm auch noch nutzen, bevor er vertrocknet.
  • Große Unterschiede sind zu erkennen, wenn die bisherigen Schnitte nicht zum richtigen Zeitpunkt erfolgten.
  • Entscheidend ist die Gräserzusammensetzung, insbesondere wie stark die Gemeine Rispe vorhanden ist und ob vorher schon größere Schäden vorhanden waren.
  • Vielerorts ist bereits jetzt abzusehen, dass auch der folgende Schnitt nur geringe Erträge liefern wird, da die Bestände vertrocknet sind. Somit wird auch der letzte Schnitt die Futterknappheit nicht beheben können.

Nachfolgend ein paar Bilder die verschiedene Trocken Flächen zeigen:

Fläche mit Gemeiner Rispe, die momentan fast ganz braun ist. (Bild Quelle Er-Berater)

Fläche mit Tiefwurzler, auf der Löwenzahn stark vorhanden ist. (Bild Quelle ER-Berater)

Fläche mit Gräsern, die trockenverträgliche Arten mit drin hat. (Bild Quelle ER-Berater)

Nachsaat und Düngung – was jetzt tun?

  • Feinsämereien, Gräser und Klee müssen ausreichend Wasser bekommen.
  • Das war bis jetzt nicht der Fall und wird voraussichtlich auch in den nächsten 14 Tagen nicht gegeben sein.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt… Aber wer jetzt das zweite Mal aussät, muss damit rechnen, dass die Saat nach der Keimung vertrocknet. Natürlich kann es manchen mit etwas Glück gelingen, eine Zwischenfrucht oder das Gras durchzubringen.
  • Ein Regen zur Saat reicht heuer mit Sicherheit nicht aus. Die Böden sind dermaßen ausgetrocknet, dass es größere Niederschlagsmengen benötigt.
  • Entscheidend für das Weiterwachsen ist vor allem der Regen nach der Keimphase.
  • Nach jetziger Wettervorschau sollte daher ganz klar abgewartet werden. Vielleicht regnet es nach den nächsten 14 Tagen mehr. Einen sicheren Wettertrend kann jedoch niemand vorhersagen.
  • Aktuell bringt eine Nachsaat gar nichts, solange keine gesicherte Wetteränderung mit Niederschlägen eintritt, die tatsächlich in den Boden eindringen.
  • Gräser können beruhigt noch bis zum Oktober nachgesät werden, Klee in Mischungen maximal bis zum 10. September.
  • Gras solo ohne Klee kann auf jeden Fall noch bis zum Oktober gesät werden. Der Fokus sollte dann auf der Frühjahrsernte liegen.
  • Für die Herbsternte gibt es ohnehin keine guten Aussichten. Das Grünland muss sich erholen und das Ackerfuttergras muss sich erst mal etablieren.
  • Düngung mineralisch: Nach fachlicher Einschätzung besteht bei der diesjährigen Wetterlage wenig Bedarf, jetzt noch mineralisch nachzudüngen.
  • Wurde seit Mai zu jedem Schnitt mineralisch, organisch oder sogar beides gedüngt, dürfte noch viel Dünger im Boden vorhanden sein.
  • Sollte sich die Niederschlagsituation bald verbessern, wird mit Sicherheit vieles davon im Boden freigesetzt. Für den letzten Schnitt dürfte dies bei Weitem reichen.

->Abwarten ist ganz klar im Fokus.

Anbauplanung und Futterversorgung

  • Als Lösung für viehhaltende Betriebe könnte heuer statt Weidelgras Grünroggen als Zweitfrucht angebaut werden.
  • Ebenso ist als Ackerfrucht Gerste oder Triticale möglich, die bei Bedarf als GPS gehäckselt werden kann.
  • Dies könnte bei Futterknappheit bereits im nächsten Jahr weiterhelfen.
  • Es gilt jetzt, die Planungen so aufzustellen, dass flexibel entschieden werden kann, ob das Getreide gedroschen wird, falls die Befürchtungen bezüglich des Futtermangels doch nicht so stark eintreffen.

 

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.

 

 

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