Erzeugerringberatung Südbayern

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360° Wende

Bis Freitag geht es mit dem Spätwinter weiter. Hier muss morgens immer noch mit Bodenfrost gerechnet werden. Zum Wochenende nimmt dann der Frühling Fahrt auf und die Temperaturen steigen rasant an. Anfang bis Mitte nächster Woche sind dann örtlich bis zu über 25° Grad möglich. Die Niederschläge klingen zum Freitag ebenfalls ab und bis zum Maifeiertag wird es aller Voraussicht nach trocken bleiben.

Situation auf dem Feld

Viele Maßnahmen schieben sich jetzt auf. Das Wachstum hat eine deutliche Verlangsamung hingelegt. Dennoch geht es bei den Winterungen etwas weiter. Die Gersten sind dann meist im Fahnenblatt und werden bei Erwärmung schnell die Grannen spitzen. Triticale, Dinkel, Roggen und frühe Weizen marschieren in EC 37/39. Auch die späten Rüben und Kartoffeln werden durchstoßen. Sommergetreide liegt je nach Saattermin zwischen 3 Blatt und Ende der Bestockung.

Pflanzenschutz allgemein

Da voraussichtlich nur wenige Arbeitstage warten, gilt es Prioritäten zu setzen. Am eiligsten wird es bei frühen Kartoffeln und Rüben, bei denen der Spritzabstand schon zu lang ist. Folgt sonniges Wetter, ist bei der Wintergerste Gefahr in Verzug; Ramularia tritt dann explosionsartig auf. Wie das letzte warme und sonnige Wochenende zeigte, steigt mit hoher UV-Strahlung auch die Gefahr von Pflanzenschäden durch Verbrennungen oder zu heftiger Wirkung (z.B. Wachstumsregler). Hier vorsichtig agieren und Behandlungen in die Abendstunden legen. Auf genügend Wachsschicht achten und Mehrfachmischungen vermeiden.

Rüben - Herbizid

Direkt nach den Frostnächten nicht mit zu scharfen Mischungen fahren. Wenn es die Verunkrautung zulässt, ein bis zwei Tage Erholung einplanen. Gräserherbizide oder Sonderbehandlungen (z.B. Debut) in Abstand von 3 bis 4 Tagen zur normalen NAK fahren. Bei hohen Temperaturen in kühlen oder bedeckten Phasen applizieren. Durch Thermik der aufgeheizten Böden geht doch viel Wirkstoff verloren. Bei längerem trockenem Wetter auf Erdfloh und Läuse kontrollieren.

Fungizid Getreide

Sollte der Wetterumschwung gleich mit hoher Einstrahlung einhergehen, muss in der Wintergerste sofort gehandelt werden. Wichtig ist ein voll entwickeltes Fahnenblatt. Auf gute Benetzung achten, die Kontaktwirkstoffe aus dem Folpan oder Amistar Max brauchen eine gute Anlagerung auf der Blattfläche.
Triticale zeichnet jetzt fast überall mit Gelbrost. Hier umgehend den Befall stoppen. Am wirksamsten sind hier Tebucon und Metconazol. Prothioconazol ist teilweise zu schwach. Sehr frühe Bestände mit einer Einmalbehadlung für den Rest der Saison absichern.
Im Weizen nicht in Panik verfallen. Die Kälte stoppte Neuinfektionen fast komplett. Mit Einsetzen des Längenwachstums wächst er der Septoria auch ein Stück weit davon. Die nächste Blattetage von unten wird in den meisten Fällen im Laufe der nächsten Woche Symptome zeigen. Diese rühren von Infektionen in der vorletzten Woche. Stark erhöht ist heuer das Halmbruchrisiko. Je nach Sorte und Vorfrucht sollten bei Behandlungen Mittel mit Wirkung gegen Halmbruch zum Einsatz kommen. Eine gezielte Septoriamaßnahme wird sich meist auf die Zeit nach der nächsten, dann wärmeren Niederschlagsperiode ab dem 6. Mai schieben lassen.

Getreidehänchen

In der letzten warmen Phase konnte schon ein teils starker Befall festgestellt werden. Inwieweit die Kälte den Druck nun herabgesetzt hat, ist fraglich. Bei einem erneut starken Anstieg des Befalls daran denken, dass mit den zugelassenen Pyrethroiden nur mehr eine schwache Wirkung zu erzielen ist. Daher ist der Einsatz noch stärker abzuwiegen als in früheren Jahren. Alternativen gibt es derzeit keine! Auf alle Fälle ein „mitlaufen lassen“ vermeiden. Das war und ist der Hauptgrund der Resistenzsituation. Hier müssen wir uns selber an die Nase fassen (und natürlich die Empfehlungen von Handel und Industrie in Frage stellen).
Sollte eine Bekämpfung notwendig werden, an die Spritzbedingungen denken: nicht über 25° Grad, Wasser mit neutralem oder leicht saurem PH-Wert (<= 6) und ausreichend Wasser für eine gute Benetzung. Einsatz, wenn die meisten Larven geschlüpft sind, nicht zu Befallsbeginn. Eine Dauerwirkung ist nicht zu erwarten.

Maissat - nicht schmieren

Derzeit schaut es so aus, als würde es schnell wieder abtrocknen. Bei schweren Böden und viel Niederschlag empfiehlt es sich, die Kruste mit leichtem Gerät aufzureißen, um das Abtrocknen zu beschleunigen. Dann kann organisch gedüngt und das Saatbeet hergerichtet werden. Vorsicht bei feuchtem Unterboden und schmierenden Geräten wie Kreiselegge oder Scheibenegge. Besser sind Zinkengeräte, die Rückverfestigung muss nicht zu stark sein. Mais braucht Luft und Wärme, nur direkt in der Saatrille Bodenschluss.
Die Bestandesdichte je nach Boden und Nutzung ausrichten. Auf leichten Böden und in Trockenregionen nicht zu dick säen. Hier reichen 7,5 bis 8,5 Pflanzen aus. Normale Lagen 8,5 bis 9,5 und Gunstlagen 9 bis 11 Pflanzen. Niedrige Werte bei Körnermais, die höheren bei Silomais.

Düngung Getreide

Je nach Entwicklung der Kultur, die Stickstoffdüngung abschließen. Das ist meist der Fall, wenn das Fahnenblatt spitzt. Spätere Gaben kommen oft nicht mehr zur Wirkung und sind nur bei gezielter Qualitätsdüngung im Weizen sinnvoll. Aber auch hier sollte nur ein Teil aufgespart werden, um den Ertrag sicherzustellen. Zum Abschluss ist Nitrat die sinnvollste Form. Langsames Ammonium oder Harnstoff haben im späten Bereich eine meist schlechtere Ausnutzung.

Hotline

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

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  Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

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Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird