Ausgabe 11/ 2025

vom 12.11.2025

In dieser Ausgabe:

 

Das Grünland richtig einwintern

 

Bevor der Winter kommt, muss das Grünland fit für die Vegetationspause gemacht werden. Nach aktueller Wetterprognose werden die Temperaturen erst gegen Ende November unter die 5 °C im Tagesmittel sinken. Erst dann gehen die Pflanzen in den Winterschlaf.

Mit der Gülleausbringung sollte nicht bis zum Sperrfristbeginn gewartet werden, sondern sie sollte möglichst früh nach dem letzten Schnitt erfolgen. Sind die Gräser noch im Wachstum, nehmen sie Nährstoffe auf und speichern sie. Dadurch werden sie vor Auswaschung im Winter geschützt.

Ein mit Nährstoffen gut versorgter Bestand ist widerstandsfähiger gegenüber Witterungseinflüssen und schützt vor Auswinterung.

Der Weidebetrieb ist rechtzeitig einzustellen. Damit die Trittschäden nicht zu stark werden, oder Gräser, die zu kurz in den Winter gehen, nicht ausgewintert werden. Zudem ist auf zu lange beweideten Flächen ein zögerlicher Start im Frühjahr vorprogrammiert.

Ist vor der Winterruhe der Aufwuchs auf der Wiese zu üppig, muss in Erwägung gezogen werden, ob man den Bestand nochmal abmäht. Sind Mäuse auf der Fläche zu finden, muss unbedingt nochmal gemäht werden. Mäuse können im Schutz des Aufwuchses gut überwintern und massive Schäden am Bestand anrichten.

Befinden sich keine Mäuse auf der Fläche, kann der Bestand zur Not auch mal zu überwachsen in den Winter gehen. Die Gefahr von Schneeschimmel ist aufgrund von fehlendem Schnee und Kahlfrösten in den letzten Jahren sehr gering.

Wird nochmal gemäht, muss der Aufwuchs nur bei sehr hohen Mengen abgefahren werden. Wenig Aufwuchs kann auf der Mahd liegen gelassen werden, mittlere Mengen sollten nach dem Mähen noch mit dem Zettwender verteilt werden, damit es über den Winter besser verrotten kann.

 

Wetterrückblick 2025

 

Wettertechnisch war 2025 ein durchschnittliches Jahr für die Grünlandbestände. Das trockene Frühjahr hat den Beständen nicht zu stark geschadet, da die Böden vor allem auf den schweren Standorten noch vom Winter wassergesättigt waren.

Zwar kam die Vegetation nur langsam in Schwung, aber die Niederschläge waren bis zum ersten Schnitt ausreichend. In Hinblick auf Qualität und Ertrag war der erste Schnitt zufriedenstellend.

Im Mai und Juni kamen ein bis zwei Schnitte, die je nach Bewirtschaftung und Schnittzeitpunkt in Verbindung mit der unterschiedlichen Niederschlagsverteilung zu Ertragseinbußen führten.

Ab Juli gab es nur noch gute Wachstumsbedingungen für das Grünland im Ringgebiet. Vereinzelt waren es auch zu starke Niederschläge im Ringgebiet, was zu schlechten Erntebedingungen und mäßiger Befahrbarkeit auf den Flächen führte.

Im Folgenden sehen Sie noch die Wetterauswertungen für 4 unterschiedliche Standorte, verteilt über die Grünlandregionen des Ringgebiets.

Überblick 2025 Wetterstation Holzkirchen, Quelle: Deutsche Wetterdienst

Überblick 2025 Wetterstation Wielenbach bei Weilheim, Quelle: Deutsche Wetterdienst

Überblick 2025, Wetterstation Piding, BGL, Quelle: Deutsche Wetterdienst

Überblick 2025, Wetterstation Kempten im Allgäu, Quelle: Deutsche Wetterdienst

 

Kritische Futteranalyse soll zum Nachdenken anregen!

 

Am Ende vom Erntejahr ist es für die Futterbaubetriebe an der Zeit, um über die vergangene Grundfutterernte nachzudenken.

Wichtig ist nicht nur die geerntete Menge, sondern auch deren Inhaltsstoffe. Die durchschnittliche Milchleistung der Herden ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Wird mit schlechtem Grundfutter gearbeitet, kann diese hohe Milchleistung, ohne Zukauf von Kraftfutter, sicher nicht aufrecht gehalten werden.

Entnehmen Sie repräsentative Proben aus dem Futterstock und interpretieren Sie das Untersuchungsergebnis vor allem ehrlich. Vieles ist durch negative Witterungseinflüsse während der Ernte zu erklären. Schlechtes Futter immer auf das Wetter während Vegetation und Ernte zu schieben, ist aber nicht im Sinne einer grundlegenden Betriebsanalyse.

Häufig liegen die Ursachen woanders: hohe Rohaschegehalte durch Mäuse auf den Flächen, schlechte Energiegehalte wegen einer negativen Bestandszusammensetzung durch unerwünschte Gräser wie Gemeine Rispe und Bastardweidelgras, schlechte Trockenmasseerträge durch Lücken im Bestand oder unzureichende Düngung.

Grünland ist eine Dauerkultur und negative Bestandsveränderungen sind oft ein schleichender Prozess, der über Jahre passiert. Steuern Sie frühzeitig dagegen, bekämpfen Sie Schadnager, Ungräser und Unkräuter und sorgen Sie mit dauerhaften Nachsaaten für dichte Grasnarben und ertragreiche und qualitativ hochwertige Bestände.

Von hohen Düngegaben können nur diejenigen Bestände profitieren, deren Aufwuchs eine hohe Düngung in Ertrag und Qualität umsetzen kann. Sind die Bestände jedoch lückig und voll mit schlechten Bestandsbildnern, ist eine hohe Düngung reine Geldverschwendung und zudem eine hohe Umweltbelastung, da die Nährstoffe nicht verwertet werden und ausgewaschen werden.

Hat man mit einer ehrlichen Bewertung des Ist-Zustandes der Futterqualität und dem Zustand der Grünlandbestände Probleme, oder erkennt deren Zusammenhang nicht, stehen wir Ihnen mit unseren Grünlandfachberatern des Erzeugerrings gerne zur Seite.

 

Bedarfsgerechte Düngung auch im Grünland

 

Das Grünland wird in puncto Düngung häufig stiefmütterlich behandelt, da die Betriebe häufig zu viel Grünland für zu wenig Tiere bewirtschaften. Pro Schnitt ein bisschen Gülle und wenn die Silos im Spätsommer bereits sehr voll sind kommt es auch mal vor, dass die Düngung für den letzten Schnitt ganz eingespart wird.

Die Grünlandbewirtschaftung hat sich in den letzten zwanzig Jahren maßgeblich verändert. Die Betriebsgröße, die Milchleistung der Herde und die Intensität der Flächen sind gewachsen. Zudem müssen wir uns mit einer Klimaveränderung auseinandersetzen: Der Herbst dauert länger, das Frühjahr beginnt früher.

Wenn die Bestände darauf ausgelegt sind, ist eine bedarfsgerechte Düngung im Grünland ausschlaggebend für hohe Erträge bei guter Qualität des Futters. Das reine Arbeiten nach Gefühl des Betriebsleiters ohne fundierte Untersuchungsergebnisse ist bei dem Bedarf von hohen Milchleistungen aus dem Grundfutter nicht mehr zeitgemäß.

Deshalb sind auch im Grünland aktuelle und repräsentative Bodenuntersuchungen sehr wichtig. Diese können entweder per Hand gezogen werden oder man beauftragt einen Dienstleister zur maschinellen Probenahme.

Leider müssen wir in der Beratung feststellen, dass die Untersuchungsergebnisse manchmal nicht mit der Bewirtschaftungsintensität der Betriebe zusammenpassen. Wir ziehen daraus den Rückschluss, dass bei der Probennahme nicht sorgfältig genug gearbeitet wird.

Um repräsentative Proben zu erhalten, müssen diese richtig gezogen werden. Das bedeutet immer gleiche Probentiefe (10 cm) und nicht direkt nach der letzten Gülledüngung. Außerdem sollten Schläge, die größer als 3 ha sind, zur Probennahme in Teilschläge aufgeteilt werden.

Bei der manuellen Probennahme im Grünland können Probleme auftreten. Der Grünlandstecher neigt zur Verstopfung, bei feuchter Witterung funktioniert er häufig noch schlechter und macht die Probennahme schnell zur Plage.

Ein entscheidender Vorteil der maschinellen Probennahme ist, dass die Einstichstellen per GPS vermessen werden. Das bedeutet, dass bei der nächsten Probenahme an der exakt gleichen Stelle gestochen werden kann. Somit ist es möglich, die Veränderung seit der letzten Probenahme sehr gut zu analysieren.

Hat man nun die repräsentativen Proben, kann man die benötigte Düngestrategie im Betrieb sehr gut analysieren und deuten. Untersucht man neben der Standardbodenuntersuchung (P2O5, K2O und pH-Wert) auf einigen Schlägen zusätzlich noch Magnesium, Schwefel und die Spurenelemente, lässt sich die Düngung am Betrieb noch einfacher planen.

Dem Grünland muss bei der Düngung die gleiche Aufmerksamkeit zuteilwerden, wie dem Ackerland. Reicht die Gülle nicht aus, um den Bedarf an Nährstoffen zu decken, muss man mineralisch ergänzen. Hier eignen sich alle gängigen Mineraldünger, bei Magnesiummangel kann Magnesia-Kainit schnell Abhilfe verschaffen.

Die Kontaktdaten der Ringwarte sowohl für die Anmeldung einer Bodenuntersuchung als auch für die maschinelle Probenahme finden Sie in Ihrem Versuchsberichtsheft. Informationen finden Sie zudem auf unserer Homepage unter https://www.er-suedbayern.de/dienstleistung-boden-und-blatt.

 

 

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.

 

 

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Die Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir geben keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beachten Sie Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Der Anwender ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen selbst verantwortlich.