Ausgabe 02/ 2026
vom 11.03.2026
In dieser Ausgabe:
- Der richtige Grünlandstart – Pflegemaßnahmen gezielt einsetzen – direkt zum Beitrag
- Düngung im Frühjahr – rechtzeitig Gas geben – direkt zum Beitrag
- Einladung Grünlandvorträge – direkt zum Beitrag
Der richtige Grünlandstart – Pflegemaßnahmen gezielt einsetzen
- Das zeitige Frühjahr entscheidet maßgeblich über Ertrag, Futterqualität und Ausdauer des Grünlandbestandes. Eine an die Bedingungen angepasste Pflegemaßnahme sichert die Leistungsfähigkeit der Narbe und beugt Ertragseinbußen im weiteren Vegetationsverlauf vor.
- Bevor mit der Pflege begonnen wird, ist ein kritischer Blick auf die Fläche verpflichtend. Eine ehrliche Beurteilung des Narbenzustandes, der Auswinterungsschäden, des Unkrautbesatz und der Bodenverhältnisse bestimmen den Grad der Pflege.
- Das Abschleppen der Bestände ist eine schonende Pflegemaßnahme, die Maulwurfshaufen und Fahrspuren einebnet, Gülle, Mist und ausgewinterte Pflanzenreste werden verteilt, die Narbe wird oberflächlich belüftet und die Gräser zur Bestockung anregt.
- Der Striegel ist ein sehr intensiver Eingriff in die Grünlandnarbe. Er entfernt abgestorbenes Pflanzenmaterial, belüftet und entfilzt die Grasnarbe. Zudem wird die Bestockung wertvoller Gräser gefördert, flachwurzelnde Unkräuter, die sich noch im Jugendstadium befinden, werden ausgerissen.
- Der Einsatz des Striegels ist vor allem bei verfilzten oder „müden“ Beständen von Vorteil. Der Striegeleinsatz lässt sich gut mit einer Nachsaat kombinieren, da er Lücken schafft und Feinerde generiert, wo das Saatgut keimt und sich die Nachsaat etablieren kann.
- Von einem zu intensiven Striegeleinsatz im Frühjahr raten wir ab. Durch die Winterfeuchte beginnt der Striegel schnell zu schmieren, was zu nachhaltigen Strukturschäden führt. Außerdem leidet die Nachsaat im Frühjahr unter den hohen Druck der Altnarbe und der in den letzten Jahren häufig auftretende Frühjahrstrockenheit
- Für intensive Maßnahmen zur Grünlandverbesserung durch mehrmaliges scharfes Striegeln und einer gezielten Nachsaat ist das Frühjahr ungeeignet. Hier sind Termine im Spätsommer zielführender.
- Eine Übersaat, die bereits vorhandene Lücken schließen soll, ist im Frühjahr nur bei hohen Lückenanteilen sinnvoll. Werden die Lücken nicht gezielt geschlossen, werden sie von Schadgräsern wie die Gemeine Rispe oder von Unkräutern wie dem Ampfer besiedelt.
- Zusammenfassend lässt sich sagen: In glatten und dichten Beständen reicht ein einfaches Abschleppen oft aus, in lückigen, verfilzten oder leistungsschwachen Beständen ist ein Striegeln zielführender.
Bild: Vor den Pflegemaßnahmen lohnt sich ein Blick auf den Zustand der Narbe Quelle: ER-Beratung
Düngung im Frühjahr – rechtzeitig Gas geben
- Die Grünlanddüngung im Frühjahr legt den Grundstein für Ertrag, Futterqualität und Bestandsentwicklung über das gesamte Jahr. Gerade im intensiven Futterbau ist eine frühe und ausgewogene Nährstoffversorgung entscheidend.
- Mit steigenden Temperaturen beginnt auch im Grünland wieder die Vegetation. Im Ringgebiet wurde zwar die 200°C Marke der Grünlandtemperatursumme, die als Richtwert für den Vegetationsbeginn im Frühjahr gilt, aufgrund des „normalen“ Winters noch nicht erreicht. Mit den im März ansteigenden Temperaturen ist jedoch damit zu rechnen, dass das Wachstum im Grünland in Kürze einsetzt.
Auch wenn die Güllegruben voll sind und das schöne Wetter zur Ausbringung lockt, darf nicht vergessen werden, dass der Februar vielerorts sehr feucht war. Die Bestände müssen zunächst ausreichend abtrocknen. Eine gute Befahrbarkeit der Flächen ohne Schadverdichtungen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Grünlandbewirtschaftung. - Wenn wegen Lagerraumproblemen trotzdem bei widrigen Bedingungen gefahren werden muss, dann zuerst auf den leichteren und sonnigeren Lagen des Betriebs und dann auch nur die Menge, die unbedingt raus muss.
- Frühe Nährstoffgaben fördern im Grünland – ähnlich wie im Getreide – die Bestockung der ertragsrelevanten Gräser. Von einem hohen Bestockungsgrad profitiert der Bestand über den gesamten Jahresverlauf hinweg in Form von guten Erträgen und einer dichten, leistungsfähigen Narbe.
- Der erste Schnitt hat das höchste Ertragspotenzial. Damit neben den Ertrag auch die Qualitäten stimmen, muss die Nährstoffversorgung gewährleistet werden. Leistungsfähige Narben sollten zwischen 70-80 kgN/ha rechtzeitig zur Verfügung haben.
- Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Bestand die hohen Nährstoffmengen zuzuführen: Durch eine einmalige hohe Güllegabe, durch eine mineralische Ergänzung der organischen Düngung, oder durch eine zweite organische Gabe.
- Egal wie die Düngestrategie des Betriebs ausfällt, am wichtigsten ist, dass Sie rechtzeitig gesetzt wird. Bei zwei Güllegaben oder späterer mineralischer Ergänzung sollte frühestmöglich gestartet werden. Bei einer einmaligen und hohen Güllegabe kann tendenziell etwas später erfolgen.
Bild: Ertragsfähige Bestände brauchen zum 1. Schnitt ausreichend Nährstoffe Quelle: ER-Beratung
- Ein großer Risikofaktor bei der rein organischen Düngung ist die Witterung. Die Nachlieferung der im Vorjahr ausgebrachten Gülle sowie die Wirksamkeit der diesjährigen Güllegaben hängen stark von den Mineralisationsprozessen im Boden ab. Diese finden nur dann statt, wenn ausreichend Luft, Wärme und Feuchtigkeit im Boden vorhanden sind.
- Bei Mineraldüngen sollen schnellwirksame Nitrat- und, oder Ammoniumdünger verwendet werden. Enthalten die Dünger Schwefel (z.B. ASS, KAS+S) wird die Versorgung mit Schwefel zusätzlich sichergestellt. Auch hier nicht zu lange mit der Ausbringung warten, sondern zeitnah oder gleich zur Gülle düngen.
- Ein großer Vorteil des Mineraldüngereinsatz ist, dass die Nährstoffbereitstellung witterungsunabhängig stattfindet und die Nährstoffe sicher zum Aufwuchs des 1. Schnitts bereitstehen. Die bereits ausgebrauchte Organik kann bei kühler oder trockener Witterung sicher zum 2. Schnitt angerechnet werden.
- Egal für welche Strategie Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass die Düngung im Grünland der gleichen Aufmerksamkeit zuteilwird, wie der Düngung auf dem Acker. Die ersten beiden Schnitte profitieren immer von leistungsgerechter Nährstoffversorgung.
- Es bringt nichts, im weitern Verlauf jeden Schnitt so ausgiebig zu düngen. Einerseits müssen wir uns im rechtlichen Rahmen bewegen, andererseits nimmt die Leistungsfähigkeit der Narbe ab und die Düngung kann auf etwa 30-40 kgN/ha reduziert werden.
- Ausschließlich leistungsfähige, mit hochwertigen Gräsern besiedelte Grünlandbestände von hohen Düngegaben. Stehen nur minderwertige Gräser (z.B. Gemeine Rispe) oder Kräuter (z.B. Ampfer) auf den Wiesen, können hohe Nährstoffmengen auch keine Wunder vollbringen. In solchen Fällen muss zuerst über die üblichen Bestandsverbesserungsmaßnahmen nachgedacht werden.
Einladung Grünlandveranstaltung
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.
Haftung für Inhalte und Links
Die Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir geben keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beachten Sie Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Der Anwender ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen selbst verantwortlich.