Erzeugerringberatung Südbayern
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aus Ihrer Region
Keine Einigkeit
Die Niederschläge der letzten Woche waren nur im Süden ergiebiger. Im übrigen Dienstgebiet reichen sie oft bis zur Keimschicht und der Boden ist oberflächlich feucht. Einige Regionen, vor allem ein breiter Streifen entlang der Donau erhielt nur unzureichend Wasser, hier hat es schon wieder komplett abgetrocknet. Bis zum Freitag wird es nun relativ mild und teilweise sonnig. Am Samstag ist dann alles möglich, die Wettermodelle streuen aber stark. Während die europäischen Berechnungen viel Niederschlag im nördlichen Bereich sehen, teilweise auch westlich und entlang der Berge, sind die nordamerikanischen Aussichten eher komplett trocken und das Regengebiet macht in Baden-Württemberg und Hessen halt. Sicher scheint, dass die Mitte Oberbayerns und das Östliche Schwaben eher leer ausgehen. Die Temperaturen sinken wieder etwas ab auf eher herbstliches Niveau.
Situation auf dem Feld
Meist haben wir es mit sehr unterschiedlichen Feldaufgängen zu tun. Nur dort wo der Boden länger feucht war, kommen die Ansaaten gleichmäßiger. Auffällig ist die unterschiedliche Bodenstruktur. Nach Getreide und Raps herrscht eine sehr gute und lockere Bodengare, nach Mais haben wir es oft mit groben Brocken zu tun. Raps hat auf Grund der kalten Nächte das Wachstum vorübergehend eingestellt, wird aber über die nächsten Tage wieder etwas weiter machen. Die Resternte verläuft meist unspektakulär mit sehr bescheidenen Erträgen.
Herbizid Getreide – gefährliche Situation
Auf Grund der unsicheren Höhe und Intensität der Niederschläge gilt es hier vorsichtig zu sein. Gerade die unterschiedlich auflaufenden Bestände sollten hier näher betrachtet werden. Liegen Körner oben auf, die nach dem letzten Regen zu Keimen beginnen, sollten diese in der Keimphase nicht getroffen werden. Auch gefährlich sind lockere Böden, bei denen es die Wirkstoffe auf Grund stärkerer Niederschläge an den Keimhorizont waschen könnte. Hier lieber das Wochenende abwarten. Gebiete mit ausreichend Wasser und abgesetzten Saatbeet sollten die nächsten Tage nutzen um auf den feuchten Boden zu applizieren. Hier könnte auf Grund der Wärme der optimale Zeitpunkt schnell überschritten sein. Bei grobem Saatbeet ebenfalls größere Niederschläge abwarten oder später dann in die Blattaktive Schiene wechseln. Hier kommt es durch Aufweichen der Brocken schnell zu nachkeimenden Gräsern oder Kräutern. Generell kann man heuer keine Topwirkung wie in den letzten Jahren erwarten, im Gräserbereich bleibt die Herbstvorlage allerdings alternativlos.
Zikadensituation beachten
Die diesjährige Witterung und das insektenfreundliche Klima zeigt die begrenzte Handlungsmöglichkeit der Zikadenkontrolle mit Insektiziden. Das Gebiet, das stärker bis extrem betroffen ist, wird immer größer. In Verbindung mit Trockenheit und Hitze sinken Ertrag und Qualität heuer teilweise extrem. Ein wirtschaftlicher Rübenanbau ist so auf Dauer nicht möglich. Einzige derzeit praktikable Lösungen sind der Ausstieg aus Rübe bzw. auch Kartoffel oder eine flächendeckende Fruchtfolgeumstellung mit Verzicht auf Winterungen nach den Hackfrüchten. Diese müsste aber auch flächendeckend praktiziert werden. Wirksame Beizen, neue Insektizide oder auch volltolerante Sorten wird es in absehbarer Zeit nicht geben.
Hotline
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.