Erzeugerringberatung Südbayern

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Kommt der Herbst?

Der September gab noch mal alles was er an Wärme und Sonne zu bieten hatte. Zum Freitag hin gibt es dann in der Wetterkonstanz einen kleinen Einbruch. Es treten Niederschläge und Schauer auf. Die Prognosen derzeit gehen von einer Teilung des Ringgebietes aus. Nennenswert regnen kann es im Westen Schwabens bis hinunter an den oberbayrischen Alpenrand. Schwerpunkt wird das Allgäu und Gebiete direkt an den Bergen sein. Im Osten bleibt es eher trocken. Nächste Woche geht es dann wieder mit leicht gemäßigten Temperaturen um die 20 Grad weiter. Die Niederschlagssignale bleiben dann wieder schwach. Den ersten großen Knick nach unten soll es dann ab dem 8. Oktober geben. Hier werden deutlich fallende Temperaturen, heftiger Wind und vermehrter Niederschlag vorhergesagt. Die Genauigkeit solcher Prognosen steht natürlich auf wackeligen Beinen.

Situation auf dem Feld

Trocken. In diesem Jahr ja auch nichts sonderlich Neues. Die Regenmengen ab Anfang September sind überall aufgebraucht. Es gibt auch bei den noch auf dem Feld stehenden Rüben und Kartoffeln keinen nennenswerten Zuwachs mehr. Etablierte Kulturen wie Raps und Zwischenfrüchte wachsen aber weiter. Die Bedingungen für eine schonende Resternte sind meist gut, für die Aussaaten wird sich auf manchen Standorten die Frage stellen, ob das Keimwasser ausreicht oder nennenswerter Niederschlag rechtzeitig kommt.

Aussaat – frühe Winterungen

Bisher lief eigentlich nichts davon. Bei Gerste und Roggen wird schon ein Großteil bestellt sein. Risiko bleibt die warme Witterung. Hier ist die Insektenaktivität doch eher höher und damit steigt der Infektionsdruck mit Verzwergungsviren. Positiv ist, das der Mais als Rückzugsort der Blattläuse schon meist geräumt ist, und diese sich schon andere Lebensräume gesucht haben. Optimal wäre die Aussaat eher zu Beginn der nächsten Woche, dann ist eine Abkühlung in Sicht und evtl. einsetzende Feuchtigkeit führt zu gleichmäßigen Feldaufgängen. Das Gleiche gilt für die Aussaat von Triticale und Dinkel. Auf einen möglichst gleichmäßigen und nicht zu feinen Saathorizont achten, Verschmierungen und Verdichtungen treten wohl heuer kaum auf.

Aussaat – Weizen

Beim Weizen gilt es, Vor- und Nachteile einer Frühsaat abzuwägen. Zeitige Saaten mit angepassten Saatstärken führen meist zu sichereren Erträgen. Die Vegetationstage werden effektiv genutzt und das Wurzelwerk kann sich entwickeln. Zudem sind trockene Saatbedingungen immer ein Vorteil. Zudem reicht das Keimwasser auf vielen Standorten derzeit noch aus, wie das in 2 Wochen ausschaut kann keiner sicher sagen. Nun das große Aber: Die Risiken sind bei zu frühen Saaten ebenso nicht von der Hand zu weisen. Auch Weizen kann von Verzwergung betroffen sein, hier gilt das gleiche wie bei der Gerste. Gräserlastige Standorte, vor allem mit schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras können im Ausgangsbesatz nur durch späte Saaten unter Kontrolle gebracht werden. Alles andere endet im Fiasko. Die meisten Samen keimen im September und Oktober. Vor allem hohe Bodentemperaturen von 10 bis 15° Grad fördern den Auflauf. Es macht schon einen Unterschied, 80 kleine Pflanzen je m² bekämpfen zu müssen als 400 Pflanzen zu Beginn der Bestockung. Zudem kommt das Risiko einer effektiven Herbizidanwendung im Herbst. Sollte keine ausreichende Bodenfeuchte herrschen, werden die Wirkungsgrade auch schnell mal in den Keller gehen. Zudem kann es bei nachfolgend feucht- warmer Witterung durchaus Herbstinfektionen mit Septoria im nennenswerten Umfang geben, diese Altlast schleppen wir dann das gesamte Jahr mit uns herrum. Bleibt noch die Gefahr des Überwachsens. Tendenziell haben wir im Herbst mehr Vegetationstage. Eine gute Bestockung schon im Herbst kann zu hohen Bestandesdichten führen. Hier auch die N – Nachlieferung durch hohe Bodentemperaturen und höheren Reststickstoffmengen durch ertragsschwache Vorfrüchte nicht vergessen.
Fazit: Vor allem auf leichten oder sehr schweren und kalten Lagen bringt die Frühsaat Vorteile. Sie ist aber nur auf Flächen sinnvoll, die kein Gräserproblem haben. Die Saatstärken müssen angepasst sein. Hier reichen derzeit 200 – 220 Kö/m² auf leichten und 240 – 280 Kö/m² auf schweren Standorten. Insbesondere bei guter Struktur und feinem Saatbeet eher nach unten anpassen. Saatgut aus Eigenvermehrung auszählen und wiegen. Oft gibt es leichte Körner. Beispiel aus der Praxis: TKG 38g! Das sind bei 240 Könern und 95% Keimfähigkeit 96kg/ha.

Herbizid Getreide – Herbst allgemein

Mit der Saat beginnt auch der Herbizideinsatz. Mit Lixinum und Fundantis (Bixlozone) sind zwei völlig neue Wirkstoffe als Notfallzulassung für Ackerfuchsschwanz und Weidelgrasstandorte verfügbar. Diese beiden Mittel sind vornehmlich im VA anzuwenden, um Kulturschäden zu vermeiden. Luxinum nur im Weizen, Fundantis auch in der Gerste. Wichtig sind eine etwas tiefere Saat und vollständige Bodenbedeckung. Abgesetztes und/ oder gewalztes Saatbeet ist von Vorteil. Starkniederschläge nach der Anwendung wirken sich ebenso negativ auf die Verträglichkeit aus. Auflagen insbesondere von Bixlozone beachten: https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/406580/index.php
Die All Heilsbringer werden diese Wirkstoffe auch nicht sein. Tendenziell liegen die Wirkungsgrade auf Höhe einer gut gesetzten Herbstbehandlung mit alten Mittelkombinationen. Vorteil ist, dass keine Resistenzen vorliegen (Sind auch bei älteren Bodenmitteln selten). Nachteil ist die richtige Terminierung und der Zwang ohne Fahrgassen fahren zu müssen.
Ansonsten hat sich mit dem Wegfall von Flufenacet nicht sonderlich viel verändert. Es gibt in der Wirkung ebenbürtige althergebrachte Kombinationen aus Prosulfocarb, Pentimethalin oder Chlortoluron. Wichtig: Die Wirkungsgrade einer Herbstbehandlung liegen meist an den Anwendungsbedingungen. Feuchtes und feines Saatbeet, Ungräser maximal im Keimblattstadium und eher kühl – feuchtes Wetter ohne Nachtfrost. Sollte sich die Trockenheit weiter hinziehen oder früh bestellte Gerste schon im Anwendungszeitfenster sein, ist ein Einsatz dieser frühen und bodenlastigen Wirkstoffe zu hinterfragen bzw. auszulassen. Anstelle dessen muss dann zum etwas späteren Zeitpunkt mit Blatt-/ Bodenkombination gearbeitet werden.

Raps – am Ball bleiben

Das Wachstum geht weiter und vor Ende nächster Woche ist keine Änderung in Sicht. Zeitig gesäte Bestände sollten schon eingekürzt sein. Hier gilt es zu beobachten, oft wird eine zweite Maßnahme nötig sein. Dies ist insbesondere bei hoher Nachlieferung und/ oder ausreichender Herbstdüngung der Fall. Ende August bestellte Bestände sind meist jetzt Verkürzungswürdig und können mit einer evtl. anstehenden Herbizidmaßnahme kombiniert werden (Mischbarkeit beachten). Späte Saaten haben noch etwas Zeit und können bis nächste Woche beobachtet werden.

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