Ausgabe 09/2026

vom 11.09.2026

In dieser Ausgabe:

Grundfutter sichern: Bestände prüfen, Chancen nutzen

  • Scheinbar kann es aktuell nicht regnen. Die vielerorts angekündigten Niederschläge waren regional wieder stark unterschiedlich. Zwar wurden örtlich 40 bis 80 mm gemessen, für die vielerorts stark ausgetrockneten Grünlandflächen bedeutet das jedoch zunächst nur eine kurzfristige Entspannung. Entscheidend wird sein, ob in den kommenden Wochen weitere ergiebige Niederschläge folgen.
  • Vielerorts wurde in den letzten Tagen der vorhandene Aufwuchs auf den Grünlandflächen geräumt, in der Hoffnung, dass man noch einen brauchbaren letzten Schnitt ernten kann. Sollte die langfristige Wettervorhersage stimmen, steht dem letzten Aufwuchs erneut zu wenig Wasser zur Verfügung, um einen ordentlichen Ertrag bilden zu können. Ein guter letzter Schnitt ist leider noch nicht sicher.
  • Die Futterversorgung bleibt 2026/2027 auf vielen Betrieben ein kritischer Punkt. Die schwachen Aufwüchse auf dem Grünland haben vielerorts deutliche Lücken in den Grundfuttervorräten hinterlassen und die Silos nicht gefüllt.
  • Jetzt gilt: Nicht in Panik verfallen, aber auch nichts schönrechnen. Die vorhandenen Futtervorräte müssen klar kalkuliert werden. Zudem sollte auch geprüft werden, welche Flächen und Früchte noch zur zusätzlichen Futtergewinnung genutzt werden können.
  • Auch die Zwischenfruchtbestände auf den früh geräumten Getreideflächen müssen jetzt kritisch kontrolliert werden. Aufgrund der extremen Trockenheit und Hitze Ende Juli und Anfang August konnten sich viele Bestände trotz zügiger Aussaat kaum etablieren.
  • Zwar reichte der erste Niederschlag nach der Aussaat vielerorts noch zur Keimung. Für ein anschließendes Wachstum fehlte jedoch häufig das Wasser. Die Folge: Ein Großteil der ausgesäten Pflanzen ist wieder vertrocknet. Statt einer vernünftigen Zwischenfrucht stehen auf manchen Flächen heute vor allem Gänsefuß, Amarant, Hirse und andere Beikräuter.
  • In schlechten Beständen sollte nicht am Saatgut festgehalten werden, nur weil die Fläche einmal teuer eingesät wurde. Entscheidend ist, was tatsächlich auf dem Feld steht und welchen Futterertrag der Bestand noch liefern kann.
  • Ist er stark lückig und nur wenig von der ursprünglichen Saat aufgelaufen, ist der Bestand nicht mehr erhaltungswürdig und muss umgebrochen und neu angesät werden. Mit einer Neuansaat ist zwar dieses Jahr kein Schnitt mehr möglich, zumindest sollte ein guter erster Schnitt im Frühjahr 2027 anvisiert werden.
  • Ein früher Schröpfschnitt kann bei geeigneten Beständen sinnvoll sein, um vorhandene Zwischenfruchtpflanzen zu fördern und die weitere Entwicklung besser beurteilen zu können. Große Lücken, z.B. auf einzelnen Stellen mit schlechterer Bodengüte, können mit entsprechender Nachsaattechnik geschlossen werden.
  • Die vielerorts frühe Maisernte spielt bei der Suche nach zusätzlichen Futterflächen in diesem Jahr in die Karten. Freiwerdende Maisflächen können – sofern die Standort- und Bodenbedingungen passen – noch für Ackerfutter oder geeignete überwinternde Futterbestände genutzt werden.
  • Dabei sollte jedoch nicht blind möglichst schnell gesät werden. Vor der Aussaat ist eine saubere und ausreichend tief mischende Bodenbearbeitung wichtig. Sie dient nicht nur der Saatbettbereitung, sondern trägt dazu bei, vorhandene Rückstände von Maisherbiziden im Boden zu verteilen und damit mögliche Schäden an der nachfolgenden Kultur zu vermeiden.
  • Gerade in diesem Jahr gilt: Nicht jede Fläche muss um jeden Preis noch bestellt werden. Entscheidend ist, welche Kultur unter den vorhandenen Boden- und Wasserverhältnissen tatsächlich noch einen Beitrag zur Futterversorgung 2027 leisten kann.
  • Für ordentliche Bestände im Frühjahr ist es noch nicht zu spät. Was jetzt noch funktioniert finden Sie in folgender Übersicht.
  • Die Futterlücke wird sich nicht von selbst schließen. Wer jetzt darauf vertraut, dass der letzte Grünlandschnitt oder eine schwache Zwischenfrucht die fehlenden Mengen noch irgendwie ausgleicht, geht ein unnötiges Risiko ein. Die Niederschläge der vergangenen Tage können die Situation kurzfristig entspannen, ersetzen aber nicht die fehlenden Aufwüchse der vergangenen Monate.
  • Deshalb heißt es jetzt: Futtervorräte ehrlich durchrechnen, Bestände kritisch beurteilen und rechtzeitig handeln. Nicht jede Zwischenfrucht ist noch eine Futterquelle und nicht jede freiwerdende Fläche ist automatisch für Futterbau geeignet. Entscheidend ist, mit den vorhandenen Flächen, dem verfügbaren Wasser und den betrieblichen Möglichkeiten möglichst viel tatsächlich nutzbares Futter zu erzeugen.
  • Wer die Futterlücke erst im Frühjahr feststellt, hat kaum noch Möglichkeiten zu reagieren. Jetzt ist der Zeitpunkt, die Situation nüchtern zu analysieren und die Weichen für die Grundfutterversorgung 2027 zu stellen.

Nur wenige Bestände haben sich nach der Aussaat im Juli gut entwickelt. (Quelle:ER-Beratung)

Schöner Ackerfutterbestand nach Winterweizen (Quelle: ER-Beratung)

Lückiger Bestand nach der Hitzeperiode im Juli/August. Hier muss über einen Umbruch nachgedacht werden (Quelle: ER-Beratung)

Unerwünschte Beipflanzen wie Gänsefuß, Ausfallraps, Amarant und Hirsen dominieren diesen Bestand. Hier wird wenig zu retten sein. (Quelle: ER-Beratung)

Terminhinweis: Grünlandfeldtag – Effektive Pflegemaßnahmen im Grünland

Wir laden Sie herzlich zum Grünlandfeldtag am Freitag, den 25.09.2026 des Erzeugerringes für Pflanzenbau Südbayern e.V. ein!

Mäuse zählen zu den größten Schädlingen im Grünland. Sie können sich in kurzer Zeit massiv vermehren und sind bei warmen Temperaturen auch ganzjährig aktiv. Die aktive Bekämpfung mit Legeflinte ist mühsame Handarbeit mit nur sehr geringer Flächenleistung. Der Einsatz eines Mäusepflugs bietet hierbei eine effektive Bekämpfungsmöglichkeit. Neben dem Mäusepflug sind auch weitere Pflegemaßnahmen von entscheidender Bedeutung, um qualitativ hochwertiges Grundfutter zu erzeugen. Um dies praxisnah vorzustellen, veranstaltet der Erzeugerring für Pflanzenbau Südbayern e.V. in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Oberland aus Peiting einen Grünlandpraxisfeldtag mit begleitenden fachlichen Erläuterungen aus Sicht der Erzeugerringberatung.

Wir treffen uns am:
Datum: Freitag, 25.09.2026
Uhrzeit: 13:00 Uhr
Ort: Betrieb Obermeier Werner
Kuchen 1
86989 Steingaden

Der Weg zur Versuchsfläche ist ausgeschildert.

Wir geben Ihnen hilfreiche und praxisorientierte Tipps, damit die mechanische Mäusebekämpfung bei Ihnen am Betrieb erfolgreich ist. Zusätzlich werden wir unterschiedliche Geräte zur Grünlandpflege, Nachsaat und Neuansaat (u.a. Striegel, Vredo, Umkehrfräse) vorstellen, einsetzen und erklären.
Unsere Grünlandfachberater begleiten Sie den ganzen Tag und stehen für Ihre Fragen rund um die Grünlandbewirtschaftung gerne zur Verfügung.

Der Praxisfeldtag findet nur bei trockener Witterung statt!

Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher und interessante Gespräche!

 

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.

 

 

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Die Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir geben keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beachten Sie Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Der Anwender ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen selbst verantwortlich.