Erzeugerringberatung Südbayern
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Frühsommer kommt?
Die nächsten zwei Tage ist noch mit Schauern zu rechnen. Die Temperaturen steigen bis Pfingsten täglich, ab dem Wochenende sind auch über 25° Grad möglich. Auch die Nächte werden endlich milder. Die Mittelfristprognosen versprechen ab der Wochenmitte wenig Hoffnung auf weitere Niederschläge, mit der Wärme wechseln wir zu Schauern und Gewitter, damit beginnt die Phase des Wetter Roulettes.
Situation auf dem Feld
Wieder mal Kälte mit teilweisem Bodenfrost prägten das Wochenende. Niederschlag gab es vor allem im südwestlichen Ringgebiet, in den Höhenlagen war auch Schnee dabei. Das Wachstum nähert sich jetzt schon langsam seinem Maximum. Lange Tage, milde Temperaturen und mehr oder weniger Bodenfeuchte geben der Vegetation Schwung. Die Wasserversorgung bleibt vielerorts das Thema Nummer eins und dies wird sich auch voraussichtlich nicht schnell nachhaltig ändern.
Winterweizen, Dinkel – Einzelfallentscheidung
Die teilweise vorhandene Blattnässe führt bei vielen Betrieben zur Vermutung, dass Blattkrankheiten jetzt zwingend auftreten und bekämpft werden müssen. Das muss auf jeder Einzelfläche sehr differenziert betrachtet werden. Derzeit geht die größte Gefahr von der Septoria aus. Damit diese ertragsrelevante Blattetagen infizieren kann, muss sie zuerst mal im Bestand sein. Das heißt: Ohne Primärinfektion konnten durch die Niederschläge keine weiteren Blätter infiziert werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass in gesunden Beständen auch keine Fungizidmaßnahme erforderlich ist. Sind Erstinfektionen auf den älteren Blättern da, ist wiederum eine Behandlung zu setzen. Hierbei sollten leistungsfähige Mittel zum Einsatz kommen, um den Weizen bzw. Dinkel abzuschließen. Im Vordergrund stehen dann Univoq, Ascra oder Revytrex bzw. Regelaufwandmengen von Prothioconazolen. Bei Wachstumsregler haben wir die letzte Möglichkeit einzugreifen. Bis EC 37 sind Medax, Prodax oder Moddusvarianten möglich. Sinnvoll aber nur bei ausreichend Regen und auf guten Standorten.
Herbizid Mais
Die kommende Wärme nutzen aber nicht auf die evtl. eintretende Hitze warten. Erfahrungsgemäß kann auch der durch Kälte geschädigte Mais relativ zügig behandelt werden. Neue grüne Blätter müssen nicht abgewartet werden. Wichtig ist eine trockene Pflanze, bei der kein Wasser im Kelch steht und möglichst geringe Tag- Nacht-Schwankungen bei den Temperaturen.
Weizen/Dinkel – Spätdüngung
Auch auf späteren Lagen sollte die Düngung abgeschlossen werden, solange noch Bodenfeuchte vorhanden ist. In Gebieten ohne ausreichend Wasserversorgung und/ oder schwächeren Standorten das Ertragspotenzial realistisch einschätzen. Hier kann evtl. eingespart werden um, Kosten zu reduzieren. Können noch 80kg N gegeben werden, ist zu überlegen jetzt nur mit 50kg N zu fahren. Sollte sich die Ausgangssituation zur Blüte zum Besseren wenden, kann die Restmenge immer noch gestreut werden. Bleibt es angespannt, sind ausreichend hohe Eiweißgehalte das geringste Problem.
Getreide - Spätverunkrautung
Die Möglichkeit Wurzelunkräuter zu bekämpfen sollte jetzt im Rahmen der Fruchtfolge in Weizen, Dinkel, Triticale und auch Sommergerste genutzt werden. Meist sind die Bestände heuer dünner und somit eine Benetzung leichter möglich als in wüchsigen Jahren. Auch die Witterung der nächsten Woche ist als gut einzuschätzen um Wuchsstoffe einzusetzen. Insbesondere wenn im nächsten Jahr Hackfrüchte oder Soja angebaut werden sollen sind Disteln und Winden zunehmend problematisch. Bei alleinigem Besatz mit Disteln eignen sich Kombinationen aus MCPA + Tribenuron (z.B.: 1,25l U-46M + 30g Trimmer), ist auch Ackerwinde anzutreffen kann mit MCPA + Fluroxypy r(z.B.: 1,25l U-46M + 0,75l Tomigan 180) gefahren werden. Im Bereich von Schachtelhalm ist das 2,4D oft die etwas bessere Wahl, hier ist die Wirkung auf Grund der schwierigen Benetzung oft nicht befriedigend. Ausreichend Wassermenge und gute Düsen sind hier Grundvoraussetzung. Für Kornblume (evtl. + Distel kann auch mit Ariane C gearbeitet werden.
Hotline
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.