Ausgabe 09/ 2025
vom 18.09.2025
In dieser Ausgabe:
- TS-Gehalt im Mais richtig bestimmen! direkt zum Beitrag
- Terminhinweis: Grünlandfeldtag des ER-Südbayern direkt zum Beitrag
TS-Gehalt im Mais richtig bestimmen!
Um den idealen Erntezeitpunkt nutzen zu können, müssen Sie die TS-Gehalte Ihrer Silomaisbestände im Blick behalten. Im folgenden Beitrag erhalten sie hilfreiche Tipps zur Abreifekontrolle und zur Bestimmung des TS-Gehaltes.
- Das Wichtigste ist jetzt ein regelmäßiger Gang in die Bestände rein – der Blick aus dem Autofenster auf die äußerste Pflanzenreihe reicht definitiv nicht!
- Der optimale Erntetermin für Silomais orientiert sich am Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) der Gesamtpflanze. Der perfekte TS-Gehalt liegt im groben zwischen 30-38 %, je nachdem welche Ziele in der Silage erreicht werden sollen.
- Eine kolbenbetonte Maissilage durch Sorteneigenschaft oder durch Hochschnitt, sollte einen TS-Gehalt von 37-38 % aufweisen. Bei einem ausgewogenen Kolben-Restpflanzen-Verhältnis sind 33 bis 34 % TS und bei einem restpflanzenbetonten Mais sind 31 bis 32 % TS erstrebenswert.
- Ein zu früher Erntezeitpunkt mit TS-Werten unter 28 % TS führt zu geringer Futteraufnahme und Nährstoffverlusten, während ein zu später Zeitpunkt mit TS-Gehalten über 36 % die Futteraufnahme, den Ertrag und die Verdaulichkeit reduziert und die Gefahr von Nacherwärmung im Stock steigen lässt.
- Sollten die angebauten Sorten unterschiedliche Reifezahlen haben, kann es sein, dass nicht alles auf einmal geerntet werden kann. Bei späten Sorten, der sich mit den bereits reifen früheren Sorten „vermischen“ soll, muss mit einem erheblichen Ertragsverlust bei einer vorzeitigen Ernte gerechnet werden.
- Ist der Kolben noch nicht fertig gereift, findet dort durch weitere Stärkeeinlagerung ein hoher Ertragszuwachs statt. Vor allem durch die Trockenheit im Sommer hat die Pflanzenlänge eingebüßt, was zu einem höheren Ertragsanteil durch das Kolbengewicht führt.
- Ein sicheres Zeichen für eine beginnende Abreife ist bei vielen Sorten die Rotfärbung der Stängelbasis. Die ungefähre Einschätzung des Trockensubstanzgehaltes ohne große Hilfsmittel und teurer Technik ist auf jeden Betrieb möglich. Wie das funktioniert, lesen sie hier.
- Zusätzlich muss der Einfluss der Wasserversorgung auf den Bestand berücksichtigt werden. Viele Bestände haben aktuell ausreichend Wasser. Somit kann mit einer sehr harmonischen Abreife gerechnet werden, wobei bereits TS-Gehalte im Korn von 58 bis 60 % vorliegen können bei einer noch sehr grün wirkenden Restpflanze.
- Wo Bestände unter Trockenstress geraten, muss schnell gehandelt werden. Ansonsten steigt die Trockenmasse rapide an, die Verdichtbarkeit des Häckselgutes ist nicht mehr möglich und mit deutlichen Qualitätseinbußen ist zu rechnen.
- Lassen Sie sich nicht vom optischen Eindruck der Pflanze täuschen, ohne die Bestände genau zu untersuchen, viele Silomaissorten sind sogenannte „Stay-green“ Sorten, die durch ihre Genetik trotz einer fortgeschrittenen Reife noch sehr grün erscheinen.
- Außerdem muss der Reifefortschritt im weiteren Verlauf richtig eingeschätzt werden. Bei normaler und gemäßigter Witterung steigt der TS-Gehalt pro Woche um durchschnittlich um 3 %. Bei hohen Temperaturen und viel Sonneneinstrahlung, wie sie diese Woche vorherrschen, reift der Mais schneller ab. Hier kann auch mit einer Steigerung des TS-Gehaltes von bis zu 5 % pro Woche gerechnet werden.
- Nutzen Sie auch die weiteren Angebote zur TS-Bestimmung. Das Reifemonitoring der Offizialberatung hilft dabei, einen groben Überblick über die TS-Gehalte in Abhängigkeit von Saatzeitpunkt, Standort und Reifezahl. Weitere Informationen zum Monitoring finden sie auf der Webseite der LfL.
- Häufig werden auch vor Ort Untersuchungen der Pflanzen mittels NIR-Sensor angeboten und viele Züchter haben auch ganz passable TS-Prognosemodelle.
Der Erzeugerring wünscht Ihnen eine erfolgreiche und unfallfreie Ernte!
Terminhinweis: Grünlandfeldtag – Effektive Mäusebekämpfung
Wir laden Sie herzlich zum Grünlandfeldtag am Freitag, den 26.09.2025 des Erzeugerringes für Pflanzenbau Südbayern e.V. ein!
Mäuse zählen zu den größten Schädlingen im Grünland. Sie können sich in kurzer Zeit massiv vermehren und sind bei warmen Temperaturen auch ganzjährig aktiv. Die aktive Bekämpfung mit Legeflinte ist mühsame Handarbeit mit einer nur sehr geringen Flächenleistung.
Der Einsatz eines Mäusepflugs bietet hierbei eine effektive Bekämpfungsmöglichkeit.
Deshalb veranstaltet der Erzeugerring für Pflanzenbau Südbayern e.V. einen Grünlandpraxisfeldtag mit begleitenden fachlichen Erläuterungen aus Sicht der Erzeugerringberatung.
Wir treffen uns am:
Datum: Freitag, 26.09.2025
Uhrzeit: 13 Uhr
Ort: Betrieb Thomas Arnold, Leibersberg 10, 82418 Aidling/ Riegsee
Der Weg zur Versucsfläche icz ausgeschildert.
Beginnen werden wir mit dem praktischen Einsatz des Mäusepfluges und der Erläuterung der Arbeitsweise dieses Gerätes. Wir geben Ihnen hilfreiche und praxisorientierte Tipps, damit die mechanische Mäusebekämpfung bei Ihnen am Betrieb erfolgreich ist.
Zusätzlich werden wir unterschiedliche Geräte zur Grünlandpflege, Nachsaat und Neuansaat (u.a. Striegel, Vredo, Umkehrfräse) vorstellen, einsetzen und erklären.
Unsere Grünlandfachberater begleiten Sie den ganzen Tag und stehen für Ihre Fragen rund um die Grün-landbewirtschaftung gerne zur Verfügung.
Der Praxisfeldtag findet nur bei trockener Witterung statt!
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher und interessante Gespräche!
Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes
(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)
Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr
Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr
Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird.
Haftung für Inhalte und Links
Die Empfehlungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir geben keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben, insbesondere bei Veränderungen der aktuellen Zulassungssituation für Pflanzenschutzmittel. Es wird jegliche Haftung ausgeschlossen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Beachten Sie Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung. Der Anwender ist für die ordnungsgemäße Durchführung der Maßnahmen selbst verantwortlich.