Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung

„rote“ und „grüne“ Gebiete

 

Die Ausführungsverordnung mit der Einteilung in rote, grüne und weiße Gebiete tritt am 01.12.2018 in Kraft.
In dieser Verordnung wird geregelt, dass Gebiete, in denen der Schwellenwert von Nitrat auf mehr als 50% der Fläche überschritten ist, zusätzliche Auflagen zur Düngeverordnung gelten. Wird der Schwellenwert im Gebiet überschritten greifen in diesem Gebiet gesonderte Auflagen für das rote Gebiet. Für Flächen, die im grünen Gebiet liegen, gibt es Erleichterungen. Zusätzlich wird es noch weiße Gebiete geben in denen die normale Düngeverordnung gilt. Landwirte können ab Ende 2018 in iBalis, am Flächennutzungsnachweis und auf den Feldstückskarten erkennen welche Flächen im roten, weißen oder grünen Gebiet sind.

  • Betriebe die im roten Gebiet liegen oder Flächen im roten Gebiet bewirtschaften, müssen in Bayern folgende 3 zusätzliche Auflagen einhalten:
  1. Jährliche Untersuchung des im Boden verfügbaren Stickstoffs auf allen Ackerschlägen bzw. Bewirtschaftungseinheiten (ohne mehrschnittiger Feldfutterbau). Diese Werte sind in der Düngeplanung zu berücksichtigen. Zugelassene Untersuchungsmethoden sind die Nmin – Methode und die EUF. Es ist mindestens eine Untersuchung je Kultur und Jahr vorgeschrieben. Weitere Feldstücke können mit dem Simulationsverfahren der LfL erfolgen.
  2. Untersuchung von Wirtschaftsdüngern und Gärrückständen (einmal pro Jahr für den mengenmäßig bedeutsamsten Dünger im Betrieb) vor dem Aufbringen auf Stickstoff und Phosphat zur Berücksichtigung bei der Düngeplanung. Bei erstmaliger Untersuchung muss diese im Frühjahr 2019 erfolgen. Das Untersuchungsergebnis muss zur Düngeplanung 2019 vorliegen und ist für alle nitratgefährdeten Flächen zu verwenden. Eine bereits erfolge Düngeplanung ist durch die ermittelten Analyseergebnisse anzupassen.
    – Bagatellgrenze: < 750 kg N aus Wirtschaftsdünger im eigenen Betrieb u. keine Aufnahme von WD
  3. Einhaltung von erhöhten Gewässerabständen bei der Düngung mit 5 m statt 4 m auf ebenen Flä-chen und 10 m statt 5 m auf stark geneigten Flächen (mehr als 10 % Hangneigung).

Betriebe, die im aktuellen Nährstoffvergleich einen Kontrollwert von max. 35kg N/ha im dreijährigen Mittel nachweisen, sind von allen drei zusätzlichen Maßnahmen befreit.
Zusätzlich sind Flächen auf denen eine Kulap-Maßnahme B28 – B39 beantragt ist von den Auflagen befreit.

  • In den grünen Gebieten wird es Erleichterungen geben:

Die erste Erleichterung beinhaltet die Anhebung der Grenzen zur Aufzeichnungspflichten (Düngebedarfsermittlung, Nährstoffvergleich) von 15 auf 30 ha LF (ohne Flächen § 8 Abs. 6, Nr. 1 und 2 DüV), sofern max. 110 kg Gesamt-N/ha LF aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft jährlich anfallen, max. 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein, Erdbeeren angebaut und keine Wirtschaftsdünger oder Gärrückstände aufgenommen werden. Sobald eine dieser Grenzen überschritten wird, muss eine Düngebedarfsermittlung und ein Nährstoffvergleich erstellt werden.
Die zweite Erleichterung betrifft rinderhaltende Betriebe >3 GV/ha bei ausreichend Grünland, diese Betriebe benötigen ab 2020 nur sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes der Betriebe im Rahmen des Lagerraumprogrammes.

  • In den weißen Gebieten gelten die Vorgaben der Düngeverordnung unverändert.

Weitere Informationen zur Düngeverordnung finden Sie auch auf der Internetseite der LfL.