Erzeugerringberatung Südbayern

Aktuelle pflanzen-
bauliche Hinweise
aus Ihrer Region

Goldener Oktober

Bis einschließlich Montag herrscht freundliches und trockenes Wetter mit sehr milden Temperaturen. Damit geht eine relativ ausgeprägte Phase einer typischen Westwetterlage erstmal zu Ende. Die Niederschläge sind jetzt überall ausreichend, vielerorts ist es jetzt auch sehr feucht. Seit Monatsbeginn fielen zwischen 40 und über 70mm Regen. Das reicht erstmal bis in den Winter aus. Die Grundwasserstände erholen sich aber nur zögerlich, von einer Wassersättigung sind wir noch ein Stück entfernt. Zum Dienstag werden dann neuerlich Schauer vorausgesagt.

Raps Fungizid

Die steigenden Temperaturen, in Verbindung mit einer guten Wasserversorgung, werden zu einem Wachstumsschub führen. Bestände die noch nicht eingekürzt wurden, bzw. bei denen trotz Einkürzung die Gefahr des Überwachsens besteht, unbedingt zeitnah behandeln. Mittelwahl siehe Ausgabe Nr. 20.

Bodenbearbeitung

Nassen Boden wie ein rohes Ei behandeln. Nach wie vor gilt es Schmierschichten und Bearbeitungssohlen zu vermeiden. Oft lohnt sich ein „leichter“ Bearbeitungsgang vor der eigentlichen Grundbodenbearbeitung um die Flächen bei Sonne abzulüften. Dazu reicht ein seichtes aufreißen aus. Hier kann auch etwas feuchter gearbeitet werden, da der Bearbeitungshorizont wieder unterfahren wird. Besonders schwere Böden nicht mit Gewalt und hohem Kraftaufwand malträtieren. Fahrgeschwindigkeiten eher reduzieren um ein „Verpressen“ durch die Werkzeuge zu vermeiden. Kein direktes Unterpflügen von hohen Mengen organischen feuchten Materials. Hier kommt es unter Luftabschluss zu Gärprozessen (Silage). Es bilden sich Essig- und Buttersäuren, die die Wurzelbildung der Kultur negativ beeinflussen. Deshalb zuerst mitteltief mischen und abtrocknen lassen. Maisstroh immer mulchen, damit erhöht sich die Oberfläche und die Rotte geht schneller. Soll nach Körnermais pfluglos bestellt werden, sind erfahrungsgemäß mindestens zwei Arbeitsgänge nötig. Das gemulchte Stroh mitteltief mit möglichst viel Erde vermischen und etwas ruhen lassen. Vor der Saat krumentief lockern um weiter zu verdünnen. Ein Walzgang zwischen den Bearbeitungen fördert die Rotte zusätzlich.

 

Weizen/Triticale Aussaat

Mit der Oktobermitte liegen wir im optimalen Aussaatfenster für die Weizenbestellung. Auf Grund vielerorts wesentlich besserer Auflaufbedingungen, wie in den letzten Trockenjahren, muss mit einem zügigen und gleichmäßigen Aufgang gerechnet werden. Zwar wissen wir nicht wie lange die Vegetation geht, eine ordentliche Vorwinterentwicklung sollte es aber schon noch geben. Deshalb die Saatstärke nicht überziehen. Je nach Sortentyp reichen derzeit bei Einzelährentypen durchaus zwischen 240 und 260 Kö/m². Bestandesdichtetypen etwas dichter drillen (260 – 280). Einen Zuschlag brauchen schwere, kalte Böden in Lagen mit spätem Vegetationsbeginn. Hier die Menge um 10 bis 15% erhöhen. Abschläge von 10% auf guten Böden bei positiven Vorfrüchten (Raps, Leguminosen). Zu- und Abschläge auch an der Sätechnik und der Saatbettqualität ausrichten. Gleichmäßige Ablagetiefe anstreben. Bei guter Schartechnik reichen 1,5 bis 2cm. Zu tiefe Saat führt zu einem langen Halmheber und damit zu erhöhter Lagergefahr. Wird zu flach gesät, besteht die Gefahr von Herbizidschäden beim Einsatz von Bodenmitteln.

Herbizid Wintergetreide

Insbesondere bei frühen Gersten die Herbizidbehandlung nicht vergessen. Die Bodenfeuchte bietet optimale Bedingungen und die Maßnahme sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Besonderes Augenmerk auf die Flächen mit Ackerfuchsschwanz legen. Hier ist meist im 2 bis 3 Blattstadium der Gerste auch der Fuchsschwanz gut aufgelaufen. Da hier nur mehr das Axial sicher wirkt, dieses auch optimal einsetzten. Auf genügend hohe Wassermenge und eine mittel- bis eher feintropfige Applikationwert legen. Niedrige Fahrgeschwindigkeit verbessert die Benetzung. Ein zeitiger Einsatz beugt Spritzschatten vor.

Virus Wintergetreide

Die letzten Jahre war es relativ ruhig um die Verzwergungsviren. Dennoch ist jährlich ein leichter aber konstanter Anstieg des Befalls im Ausfallgetreide zu beobachten. Besonders in den nördlichen Gebieten, angrenzend zu Mittelfranken und der Oberpfalz ist das Risiko nicht zu unterschätzen. Problem dabei ist das häufigere Auftreten des Weizenverzwergungsvirus. Die Bekämpfung der Zikaden ist nicht sicher zu bewerkstelligen. Deshalb sind die Vorbeugenden Maßnahmen die sinnvollste Möglichkeit, die Übertragung zu verhindern. Dazu zählen die Beseitigung von Ausfallgetreide in der gesamten Flur. Dies ist umso schwieriger, wenn es im Raps (Beseitigung möglich) oder in der Zwischenfrucht (Keine Beseitigung möglich) wächst. Der Insektizideinsatz kann nur begrenzt Schaden vermeiden und sollte mit Bedacht gewählt werden. Zum einen können nur Läuse sicher bekämpft werden, die Zikaden haben dann das Feld für sich alleine. Zum anderen wird auch die Nützlingspopulation stark geschädigt und braucht lange um sich zu erholen. In Problemregionen in denen es mit der Feldhygiene nicht weit her ist, und eine Insektizidmaßnahme unausweichlich ist, diese in den sonnigen Nachmittagsstunden durchführen um die mobilen Zikaden möglichst gut zu treffen. Nicht am Herbizidtermin orientieren, sondern separate gezielte Maßnahmen setzten.

Hotline

Pflanzenbau-Hotline des Erzeugerringes

0180 – 5 57 44 51

(14ct/min aus dem dt. Festnetz, andere Preise aus Mobilfunknetzen möglich)

  Hauptzeit (März bis Oktober): Montag – Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

  Nebenzeit: (November – Februar): Montag – Freitag 8.00 – 10.00 Uhr

Zu den übrigen Zeiten ist ein Ansagedienst geschaltet, der wöchentlich aktualisiert wird